Stromzange

Die Messung von Strömen kann durch Auftrennen des stromführenden Leiterkreises erfolgen in den dann das Amperemeter geschaltet wird, oder induktiv durch Messung des magnetischen Feldes, das sich um den stromführenden Leiter bildet. Für letztere Messung gibt es Stromzangen, die um den stromführenden Leiter geführt werden.


Stromzangen sind Messumformer, die nach dem Transformatorprinzip arbeiten. Der Stromzangenkern ist ringförmig aufgebaut und besteht aus einem Eisenkern. Der transformatorische Ringkern kann geöffnet werden und den stromführenden Leiter aufnehmen. Je nach Durchmesser des Stromzangenkerns können auch mehrere Leiter oder Stromschienen von der Stromzange umschlossen werden.

Stromzange, Foto: warensortiment.de

Stromzange, Foto: warensortiment.de

Ein Wechselstrom erzeugt in dem Stromzangenkern eine Induktionsspannung, die über eine sekundäre Wicklung abgenommen und der Messeinrichtung zugeführt wird.

Stromzangen eignen sich nur für Wechselstrommessungen, im Besonderen zur Messung hoher Stromstärken von bis zu einigen Kilo-Ampere (kA). Da Stromzangen in der Regel in der Niederspannungstechnik eingesetzt werden, liegt ihr Frequenzbereich im Bereich der Netzfrequenz. Dort haben sie bei der Messung der Effektivwerte ihre höchste Genauigkeit. Ein wesentlicher Vorteil von Stromzangen ist die Potentialfreiheit, da zwischen dem Stromzangenkern und dem stromführenden Leiter keine Verbindung besteht. Dadurch kann auch die Spannung des stromführenden Leiters mehreren hundert Volt oder sogar Kilovolt (kV) haben.

Wechselfelder entstehen allerdings nur bei Wechselspannung. Das bedeutet, dass Stromzangen nach dem transformatorischen Prinzip nur Wechselströme messen können, nicht aber Gleichströme. Daher werden Stromzangen zusätzlich mit Hall-Sensoren oder Magnetfeldsensoren für die Gleichstrommessung ausgestattet.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Stromzange
Englisch: current sensing probe - CSP
Veröffentlicht: 07.03.2012
Wörter: 250
Tags: #Messgeräte und Testgeräte
Links: Amperemeter, Effektivwert, Frequenzbereich, Genauigkeit, Gleichstrom