Speichervirtualisierung

Speichervirtualisierung ist ein Sammelbegriff für verschiedene Software- und Hardwaretechniken, mit denen Speicherplatz bzw. Speicherkomponenten dem Anwender in einer logischen Form verfügbar gemacht werden. Dabei werden gemäß den Prinzipien der Virtualisierung folgend Ressourcen entweder aufgeteilt - wie z.B. bei den Partitionen einer Festplatte, oder zusammengefasst, wie das beispielsweise bei Volume Managern der Fall ist, welche logische Laufwerke bereitstellen, die mehrere Festplatten überspannen können.


Speichernetze (SAN) fassen mehrere Speichersubsysteme zu einer durchgängigen und einheitlichen Speichersicht zusammen, die wie ein großer Speicher benutzt werden kann, z.B. in einer unternehmensweiten IT-Umgebung.

Flexibilität durch Speichervirtualisierung

Speichervirtualisierung fügt der Speicherumgebung eine logische - virtuelle - Schicht hinzu, welche den Anwender von physischen Gegebenheiten abkoppelt, so dass eine Aufteilung oder Zusammenfassung der Ressourcen losgelöst von den durch die Hardwaregegebenheiten vorgegebenen Grenzen erfolgen kann. Dem Anwender beschert Speichervirtualisierung mehr Flexibilität, es erleichtert die Wartung - z.B. das Entfernen einer Festplatte aus einem RAID-System ohne Datenverlust oder Betriebsunterbrechung, es vereinfacht die Backups und die Datenmigration, es bietet eine bessere Ausnutzung des Speicherplatzes, die Regelung von Zugriffsrechten sowie Organisation der Speicherumgebung, die sich mittels der Virtualisierung nach inhaltlichen Gesichtspunkten richten kann statt nach den rein technischen Gegebenheiten. So können in einem Speichernetz mithilfe der Virtualisierung transparent Speichersysteme hinzugefügt oder entfernt werden, ohne dass der Anwender oder eine Anwendung dadurch beeinträchtigt wird.

Indem durch die Virtualisierung die Komplexität der technischen Speicherinfrastruktur vor Anwendern, Anwendungen und Administratoren verborgen wird, wird die Nutzung wie auch die Verwaltung erheblich vereinfacht. Dies gilt insbesondere für sehr große Speicherumgebungen wie z.B. SANs: Diese wachsen oft historisch über die Jahre, so dass eine heterogene Infrastruktur entsteht. Mit geeigneten Techniken der Speichervirtualisierung, z.B. durch spezielle Controller, kann eine Konsolidierung durch Integration sämtlicher Komponenten und Subsysteme zu einem - virtuell gesehen homogenen - großen Speichersystem realisiert werden. Oft ist dies zudem der einzige wirtschaftliche Weg, um Interoperabilitätsprobleme zwischen den Systemen unterschiedlicher Hersteller aufzulösen.

Die Techniken der Implementierung

Speichervirtualisierung

Speichervirtualisierung

Aufgrund der Komplexität von Speichersystemen und ihrer Nutzung werden Speichervirtualisierungstechniken auf unterschiedlichen Ebenen und mit verschiedensten Techniken implementiert. Eine kleine Auswahl: Host-basierend als Funktion des Betriebssystems, z.B. als Dateisystem oder Logical Volume Manager; im Speichergerät implementiert z.B. als RAID-Controller; Netzwerk-basierend, z.B. als Fibre Channel Protokoll mit einem Mix aus Hardware- und Softaretechniken zur Vernetzung von Speichersubsystemen. Bei SANs unterscheidet man zumeist drei Ansätze, je nach dem wo die Virtualisierungsschicht platziert wird: eingebunden in das SAN innerhalb von dedizierten Virtualisierungsservern (In-Band-Ansatz), abgekoppelt vom Speicherdatenstrom im LAN (Out-of-Band) oder innerhalb intelligenter Switches.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Speichervirtualisierung
Englisch: storage virtualization
Veröffentlicht: 08.11.2013
Wörter: 428
Tags:
Links: BS (Betriebssystem), Controller, Dateisystem, Festplatte, Fibre-Channel