Speedpipe

Für optische Netze und vor Allem für die optische Anschlusstechnik gibt es gebündelte Leerrohre, die im Erdreich und in Gebäuden verlegt werden und in die später die Glasfasern eingeblasen werden. Bei diesen Leerrohren handelt es sich um Speedpipes.


Speedpipes sind Polyethylen-Schutzrohre mit geriffelter, gut leitender Innenbeschichtung. Sie werden in gebündelter Form in einem Rohrverband geliefert. Mehrere Speedpipes werden in einem größeren Leerrohr zusammengefasst und bilden einen Rohrverband eine Speed Bundle Pipe oder eine Multitube. Handelt es sich um mehrere nebeneinander liegende Speedpipes, die miteinander verbunden sind oder sich in einem flachen Leerrohr befinden, spricht man von einem Flatliner.

Speedpipes zu einem Flatliner kombiniert, Foto: seltron.de

Speedpipes zu einem Flatliner kombiniert, Foto: seltron.de

Ein solcher Rohrverband kann je nach Durchmesser der Speedpipes aus zwanzig und mehr Speedpipes bestehen. Die dünnen Speedpipes, in die die Glasfasern eingeblasen werden, haben einen Durchmesser von 3 mm bis 20 mm. Je nach Durchmesser spricht man von Mikro- oder Mini-Speedpipes und bestehen aus Niederdruck-Polyethylen (HD-PE), das auch als Hart-Polyethylen bezeichnet wird. Es besitzt hervorragende Gleiteigenschaften für das Einblasen der Glasfasern. Außerdem ist es kältebeständig und kann dauerhaft bei Temperaturen von bis zu 90 °C eingesetzt werden. Zur Unterscheidung der Mikrorohre werden diese in verschiedenen Farben eingefärbt. Um den Widerstand beim Einblasvorgang so gering als möglich zu halten, hat das Innere der Speedpipe mit Gleitrippen ausgestattet, über die beim Einblasen ein optimales Luftpolster aufgebaut wird. So können mit der Einblastechnik Entfernungen von über einem Kilometer überbrückt werden.

Speedpipes mit verschiedenen Durchmessern, Foto: gabocom.de

Speedpipes mit verschiedenen Durchmessern, Foto: gabocom.de

Speedpipes werden häufig in der optischen Anschlusstechnik für die verschiedenen FTTx-Techniken verlegt. So werden die Speedpipes bei Fiber to the Home (FTTH) bis in die Wohnung geführt, bei Fiber tot he Curb (FTTC) bis zum Straßenverteiler und bei Fiber tot he Building (FTTB) bis in den Technikraum des Gebäudes. Die Glasfasern werden später mittels Einblastechnik mit Druckluft in die Speedpipes eingeblasen.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Speedpipe
Englisch: speedpipe
Veröffentlicht: 26.07.2019
Wörter: 322
Tags: #Optische Anschlusstechnik
Links: Einblastechnik, Farbe, FTTH (fiber to the home), FTTx (fiber to the x), Glasfaser