Seefunk

Der Seefunk ist der älteste kommerziell genutzte mobile Funkdienst. Auch wenn er heute in keiner Weise an die Bedeutung des modernen Mobilfunks, des Bündelfunks oder des drahtlosen Telefons heranreicht, soll er an dieser Stelle doch erwähnt werden, auch wenn bedingt durch die Satellitenkommunikation der klassische Seefunk bald der Vergangenheit angehören wird.

Den Seefunkdienst gibt es seit 100 Jahren. Bereits 1907 wurde mit dem Norddeich-Radio in Deutschland eine Seefunk-Betriebsstelle eingerichtet. Dieser Dienst dient der Übermittlung von Wetter- und Schiffsnachrichten, von Zeitzeichen und Navigationsinformationen sowie von Notruf- und Privatnachrichten. Der Seefunkdienst ist ein internationaler Funkdienst mit weltweiten Teilnehmern. Daher sind international verbindliche Regelungen notwendig, um eine reibungslose Zusammenarbeit von See- und Küstenfunkstellen der verschiedenen Länder untereinander zu gewährleisten.

Das Seefunksystem besteht aus dem Telegrafie-Funk, dem Sprechfunk und dem UKW-Sprechfunk. Bei Letzterem wird im Frequenzbereich zwischen 156,05 MHz und 157,425 MHz gesendet und zwischen 160,650 MHz und 162,025 MHz empfangen. Es stehen insgesamt 88 Kanäle im Kanalraster von 50 kHz zur Verfügung. Bedingt durch die Erdkrümmung mussten bei der damaligen Konzeption der Seefunksysteme solche Frequenzbereiche zur Übertragung genutzt werden, deren Wellen sich als Bodenwellen oder Raumwellen sich der Erdkrümmung anpassen oder durch Reflexion an der Ionosphäre einen weltweiten Empfang ermöglichen. Frequenzen im Langwellenbereich verkörpern die erstgenannte Eigenschaft, solche im Kurzwellenbereich können mittels Reflexion weltumspannend empfangen werden. Aus diesen Gründen arbeitet die Telegrafie beispielsweise im Langwellenbereich bei 500 kHz.

Bedingt durch Schiffsverluste hat man in den letzten Jahren ein neues Seenot- und Sicherheitssystem aufgebaut mit der Bezeichnung »Global Maritim Distress and Safety System«, kurz GMDSS. Dieses System berücksichtigt gleichermaßen die Übertragungsmöglichkeiten im küstennahen Bereich mittels UKW, Entfernungen, die über Mittelwelle noch erreichbar sind, und die Satellitenanbindung an Inmarsat.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Seefunk
Englisch: maritim radio
Veröffentlicht: 19.11.2012
Wörter: 286
Tags: Mobilfunknetze
Links: Bodenwelle, Bündelfunk, Dienst, Frequenz, Frequenzbereich