Rich-Client

Als Rich-Client wird eine Software bezeichnet, die applikationsspezifische Funktionalität wie die Benutzerschnittstelle (Präsentation) und die Logik der Anwendungen direkt beim Client beispielsweise bei Desktop-Applikationen oder auch auf mobilen Plattformen implementiert. Weiterhin sind in diesem Zusammenhang Fat-Clients und Thin-Client zu unterscheiden. Rich-Clients werden manchmal auch als Smart-Clients bezeichnet und bieten die bestmögliche Performance und Skalierung von Applikationen.


Ein Rich-Client besteht aus einer GUI-Applikation und integriert dazu:

  • Die Präsentation d.h. die Bereitstellung einer interaktiven Schnittstelle für den Benutzer durch die Applikation.
  • Die Anwendungslogik, die die eigentliche Funktionalität einer Applikation zur Verfügung stellt.
Dabei können einem Rich-Client die folgenden Charakteristika zugeordnet werden:

Native Widgets werden unterstützt, Drag-und-Drop-Funktionen sind möglich, Unabhängigkeit von einer Plattform, einheitliches Komponentenmodell oder Update-Funktionalitäten sind integriert.

Funktionsverteilung beim Rich-Client

Funktionsverteilung beim Rich-Client

Da der Rich-Client spezifischen Code der Applikation enthält, gibt es in Folge dessen auch keine neutrale Lösung als Standard für einen Rich Client. Die Definition geht hier einen Schritt weiter, und fasst applikationsübergreifende Funktionen in einem Framework zusammen, das dann als Rich-Client Plattform bezeichnet wird. Für eine bessere Einordnung der Zusammenhänge seien hier auch noch die Begriffe des Fat-Clients und des Thin-Clients aus Sicht des Software-Engineerings erläutert, um dann kurz deren Unterschiede zum Rich Client hervorzuheben.

Thin Client. Ist das genaue Gegenteil eines Rich-Clients. Ein Thin-Client enthält keinerlei eigene applikationsspezifische Funktionalität, diese wird komplett vom Server bereitgestellt. Die applikationsspezifischen Funktionen werden hier in Form von Webseiten dargestellt. Aufgrund der eingeschränkten Visualisierung und Interaktion der grafischen Benutzerschnitt-stellen (GUI) spricht man auch von schlechter Usability eines Thin-Clients. Hier ist zum Beispiel der Client Teil des Browser-Fensters oder Drag-und-Drop-Funktionen werden nicht unterstützt. Ein erheblicher Nachteil ist es, dass sonstige beim Client installierte Software nur schwer integriert werden kann. Dem stehen aber die einfache Verteilung und Installation neuer Applikationen und die Unabhängigkeit von bestimmten Plattformen des Thin-Clients gegenüber.

Fat Client. Hier liegt sowohl die Funktionalität der Präsentation als auch die der Anwendungslogik beim Client. Dies garantiert dem Client nicht nur einen hohen Komfort für den Benutzer sondern auch durch die Offline-Fähigkeit eine geringe Abhängigkeit von einem Netzwerk. Der guten Usability steht ein höherer Aufwand bei der Aktualisierung und Installation neuer Versionen der Applikation gegenüber. Fat-Clients unterstützen monolithische Strukturen und sind häufig unabhängig von einer Plattform.

Während die Unterschiede des Rich-Clients zum Thin-Client offensichtlich sind, gibt es diesbezüglich hinsichtlich der Merkmale von Rich-Client und Fat-Client doch Überschneidungen. Ein gemeinsames Merkmal ist sicherlich die Usability und oftmals ist ein Fat-Client ebenso unabhängig von einer Plattform wie der Rich-Client. Unterschiede werden deutlich bei der Installation neuer Versionen einer Applikation - ein Rich-Client hat eine integrierte Update-Funktionalität. Im Allgemeinen ist auch durch das o.g. Framework eine bessere Erweiterbarkeit einer Applikation gegeben und Rich-Clients sind häufig Frontends für Server-Applikationen. Ein Rich-Client basiert im Gegensatz zu einem Fat-Client auf einem Komponentenmodell und viele allgemein nützliche Komponenten sind bereits implementiert.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Rich-Client
Englisch: rich client
Veröffentlicht: 01.11.2013
Wörter: 501
Tags: #Grafische Oberflächen
Links: Aufwand, Benutzerfreundlichkeit, Client, Code, Drag-und-Drop