RFID-Tag

RFID-Tags sind kleine Transponder, die die RFID-Markierungen als gespeicherte Daten enthalten und diese per Funk an RFID-Lesegeräte übertragen. RFID-Tags enthalten den Prozessor, Speicher und die Sende-/Empfangseinrichtung. Der Speicher des RFID-Tags hat einen Speicherumfang zwischen 8 Byte und 8 KB, die Sende-/Empfangseinrichtung ist ja nach Anwendung auf eine bestimmte RFID-Frequenz abgestimmt. Die meisten Anwendungen nutzen Frequenzen von 125 kHz und 13,56 MHz.


Die Größe und Einsatzmöglichkeiten von RFID-Tags

Die Größe der Tags kann zwischen 1 mm und der Größe einer Chipkarte liegen und deren Gewichte können zwischen 0,1 g und 10 g betragen. Zwischenzeitlich gibt es RFID-Tags mit Abmessungen von nur noch 0,3 mm. Diese werden schon unter dem Begriff Smart Dust geführt. Kleinste RFID-Tags eignen sich daher zur Implantation in Tieren und Menschen. Tags werden zur Kennzeichnung an Waren, Paletten, Containern, Schachteln, Personen oder Tieren befestigt und auch in RFID-Karten, E-Pass und in Zugangssicherungssystemen eingesetzt.

RFID-Tag

RFID-Tag

Passive und aktive RFID-Tags

Bei den RFID-Tags unterscheidet man zwischen passiven und aktiven Tags, zwischen vorprogrammierten, beschreibbaren und lesbaren.

Verschiedene entfernungsabhängige RFID-Systeme

Verschiedene entfernungsabhängige RFID-Systeme

Passive RFID-Tags haben keine eigene Stromversorgung, die Versorgungsspannung wird über Funk vom Lesegerät zum Tag übertragen. Bei der Aktivierung eines Tags sendet dieser seine Signale zurück zum Lesegerät. Die Auslesezeit liegt im Millisekunden-Bereich und die überbrückbare Entfernung ist abhängig von der RFID-Frequenz und der RFID-Übertragung. Hinsichtlich der Anwendung sind passive RFID-Tags für die Nahfeldkommunikation konzipiert. Man unterscheidet dabei zwischen den Close Coupling Tags, bei denen eine direkte Interaktion erforderlich ist um auf die gespeicherten Daten zuzugreifen, und den Remote Coupling Tags, die im Entfernungsbereich von etwa 1 m aktiviert werden können. Da passive RFID-Tags ausschließlich für die Nahfeldkommunikation geeignet sind, ist es nicht möglich sie aus größeren Entfernungen auszulesen. In der Logistik werden die beiden genannten Systeme nur selten eingesetzt, hier kommen die Long Range RFID-Systeme zum Einsatz, die aus größeren Entfernungen ausgelesen und beschrieben werden können.

Im Gegensatz zu den passiven Tags haben aktive RFID-Tags eine eigene Stromversorgung und können auf Anforderung ihre gespeicherten RFID-Daten senden.

Um beschreibbare RFID-Tags gegen Missbrauch zu schützen hat man sie in mehrere Klassen eingeteilt: Class-0-Tags sind passiv und werden vom Hersteller programmiert. Class-1-Tags können reprogrammiert werden und arbeiten bei UHF- und HF-Frequenzen. Und Class-3-Tags entsprechen den semi-passiven Funketiketten.

RFID-Tag mit Flachspule, Foto: Tagnew

RFID-Tag mit Flachspule, Foto: Tagnew

RFID-Tags sind in verschiedenen Normen der internationalen Standardisierungs-Organisation (ISO) spezifiziert. So u.a. in ISO 15693, ISO 11784 und ISO 14223. EPCglobal wirkt aktiv an der Standardisierung der RFID-Technik mit und beschäftigt sich mit der Produktidentifikation im internationalen Warenverkehr. Zur Produktkennzeichnung wird der weltweit genutzte Electronic Product Code (EPC) eingesetzt.

Bei der Auszeichnung von Produkten setzt man in der Übergangszeit auf eine Kombination aus RFID-Technologie und Strichcode und spricht von Smart-Labels oder Electronic Shelf Labels (ESL). Diese enthalten neben RFID auch die gedruckte Information des Strichcodes, die von einem Strichcodeleser ausgelesen werden kann.

Informationen zum Artikel
Deutsch: RFID-Tag
Englisch: RFID tag
Veröffentlicht: 29.03.2017
Wörter: 480
Tags: #Warenwirtschaft
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