Passives optisches Netz

Passive optische Netze, Passive Optical Network (PON), auch als optische Zugangsnetze (OAN) bezeichnet, arbeiten ausschließlich mit passiven optischen Komponenten. PONs bilden die Basis für optische Zugangsnetze (OAN), sie sind in Baumtopologie aufgebaut, direkt mit dem Kernnetz verbunden und haben als Verzweigungen optische Verteilnetze (ODN).


Die verschiedenen PON-Varianten

Die PON-Technologie gibt es in den verschiedensten Varianten und Implementierungen, so das Broadband Passive Optical Network (BPON), das, wie die ATM-Implementation ATM over Passive Optical Network (APON), eine Übertragungsrate von 622 Mbit/s hat. Eine Steigerung auf 1 Gbit/s kann mit dem Ethernet Passive Optical Network (EPON), einer Ethernet-Implementierung erreicht werden und mit dem Gigabit-PON (GPON) sogar Übertragungsraten von 2,5 Gbit/s. Mit dem 10-Gigabit-Ethernet PON, 10GEPON, wird der Anschlussbereich für 10-Gigabit-Ethernet geöffnet. Standard-PONs gibt es auch als Next-Generation-Netze, so NG-PON und NG-GPON.

Die verschiedenen im Anschlussbereich einsetzbaren PON-Varianten

Die verschiedenen im Anschlussbereich einsetzbaren PON-Varianten

Im PON-Konzept können verschiedene Teilnehmer über eine Glasfaser an eine Anschluss-Vermittlungsstelle angeschlossen werden, an dem verschiedene Dienste - Sprache, Video, Daten - bereitgestellt werden. Die Teilnehmer sind über einen Splitter mit dem optischen Leitungsabschluss (OLT) verbunden. Die zur Verfügung stehende Bandbreite wird unter der Anzahl der möglichen Teilnehmer, maximal 32, aufgeteilt und liegt bei 32:1 oder sogar 64:1. Die Ausdehnung eines solchen passiven optischen Netzes kann ca. 20 km betragen.

Verbindungskonzepte im passiven optischen Netz

Das passive optische Netz kann als Punkt-zu-Punkt-Verbindung auf SDH-Basis oder als Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindung mit optischen Splittern strukturiert werden. In dieser Konfiguration kommt das Signal vom Optical Line Termination (OLT) in der Ortsvermittlungsstelle, wo es in Lichtsignale umgewandelt wird oder wo die SDH-Signale von einem Optical Crossconnect (OXC) übernommen werden. Der OLT ist für das Traffic-Sheduling zuständig und mit mehreren ONTs verbunden, in denen die Daten in einer Warteschlange verwaltet werden. Die PON-Techniken arbeiten derzeit mit Zeitmultiplex (TDM), in einigen Jahren auch mit Wellenlängenmultiplex (WDM) um mehrere TDM-PON auf einer Glasfaser zu kombinieren. Die Übertragungsrichtungen werden durch die Nutzung verschiedener optischer Fenster getrennt. Der Uplink erfolgt auf der Wellenlänge 1.310 nm, der Downlink auf 1.490 nm.

Anschlussdienste im passiven optischen Netz

Anforderungen an passive 
   optical Networks (PON)

Anforderungen an passive optical Networks (PON)

In PON-Systemen kann über passive optische Koppler an beliebigen Stellen des Übertragungsmediums optische Energie ein- bzw. ausgekoppelt werden. Die Systeme arbeiten bidirektional und sind für Datenübertragung von 64-kbit/s-Diensten und TV-Verteildiensten geeignet. Sie bilden die Basis für die FTTx-Varianten im Anschlussbereich wie Fiber to the Premises (FTTP), Fiber to the Home (FTTH), Fiber to the Building (FTTB), Fiber to the Curb (FTTC), FTTEx, usw. Die Übertragung erfolgt im Zeitmultiplex (TDM) oder mit TDMA.

PON wird vor allem im Privatkundenbereich eingesetzt, wo bei den interaktiven Verteildiensten sehr unsymmetrische Verkehrsflüsse in Abwärts- und Aufwärtsrichtung auftreten.

Es gibt mehrere PON-Alternativen, die mit standardisierten Protokollen wie arbeiten, so EPON, das mit dem IP-Protokoll arbeitet, oder APON oder BPON mit ATM.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Passives optisches Netz
Englisch: passive optical network - PON
Veröffentlicht: 22.03.2017
Wörter: 464
Tags: #Optische Anschlusstechnik
Links: 10GEPON (10 gigabit Ethernet PON), APON (ATM over passive optical network), Bandbreite, Baumtopologie, Bidirektional