PSE (power sourcing equipment)

Das Power Sourcing Equipment (PSE) ist eine Komponente der PoE-Architektur, die feststellt, ob ein PoE-kompatibles Gerät, ein Powered Device (PD), angeschlossen ist und mit Strom versorgt werden muss. Dabei wird über den Stromfluss der Innenwiderstand der Powered Device festgestellt.

Die Kompatibilität zwischen einem Power Sourcing Equipment und einer Powered Device wird mit dem Verfahren Resistive Power Discovery ermittelt. Bei diesem Verfahren prüft die PSE-Einheit mit einer Messschaltung den Widerstand und die Kapazität der angeschlossenen Powered Device. Erst wenn die Geräte kompatibel sind, versorgt die PSE die PD-Device mit Strom über die bestehende Datenleitung.

Die Ausgangsleistung der PSE ist in Leistungsklassen gegliedert. Bei IEEE 802.3af liegt die Einspeiseleistung des Power Sourcing Equipments (PSE) bei 4 W und 7 W. Die Arbeitsgruppe 802.3at hat die PSE-Leistung auf 15,4 W und 30 W erhöht. Und 802.3bt bringt es auf Versorgungsleistungen von 45 W, 60 W, 75 W und 90 W. Was die Versorgungsspannungen betrifft, so liegen diese bei 802.3af bei 44 V, bei 802.3at bei 50 V und bei 802.3bt bei 50 V und 52 V. Die Versorgungsstrecke wird von dem stromversorgenden Gerät, dem Power Sourcing Equipment, ständig überwacht. Eine PSE-Einheit ist mit einer oder mehreren RJ45-Buchsen ausgestattet, die in Integrated Connector Modules (ICM) für die Versorgung und den Anschluss der Ports sorgen. PSE-Einheiten können in einem Switch integriert sein oder es können zwischengeschaltete Power-Hubs installiert werden. Wird die Powered Device unmittelbar von der PSE-Einheit versorgt, handelt es sich um das Endspan-Konzept, erfolgt die Versorgung über zwischengeschaltete Power-Hubs ist es ein Midspan-Konzept.

Bei Power over Ethernet 
   (PoE) speist die PSE die einzelnen Powered Devices (PD)

Bei Power over Ethernet (PoE) speist die PSE die einzelnen Powered Devices (PD)

Die Versorgungsspannungen und die damit verbundenen Stromflüsse sind so ausgelegt, dass sie keinen zu hohen Spannungsabfall an den Steckkontakten zur Folge haben. Die Spannungen werden in den Powered Devices (PD) über Gleichspannungswandler in die entsprechenden Betriebsspannungen umgesetzt. Die Endgeräte können bis zu 100 m von der PSE-Einheit entfernt sein. Für höhere Leistungen von bis zu 90 W stehen PoE+ und PoE++ zur Verfügung.

Die PSE-Einheiten können über MIB-Module in das Netzwerkmanagement eingebunden werden.

Informationen zum Artikel
Deutsch:
Englisch: power sourcing equipment - PSE
Veröffentlicht: 25.06.2020
Wörter: 346
Tags: Ethernet
Links: 802.3bt, Anschluss, Arbeitsgruppe, DC/DC-Wandler, Endgerät