PPP (point-to-point protocol)

Das Point to Point Protocol (PPP) ist als Protokoll für die Einwahl ins Internet über leitungsvermittelte Netze konzipiert. Es wurde für die Verkapselung von Datagrammen über serielle Leitungen entwickelt und unterstützt die Übertragung von LAN-Protokollen wie dem IP-Protokoll, dem Internetwork Packet Exchange Protocol (IPX), DECnet, Appletalk und dem Connectionless Network Protocol (CLNP) mittels Brücken und Routern.


Das PPP-Protokoll soll die Einschränkungen der Interoperabilität aufheben, die durch die von Brücken und Routern verwendete Encapsulation-Technik bei der Übertragung über Weitverkehrsverbindungen verursacht werden. Unabhängig von der Art und Anzahl identischer LAN-Protokolle, die zwei Kommunikationseinheiten unterstützen, war eine Kommunikation nur möglich, wenn beide Einheiten das gleiche WAN-Protokoll hatten. Dieses Problem löst das PPP-Protokoll, indem es herstellerübergreifend Router und Brücken bei WAN-Verbindungen unterstützt.

Das PPP-Protokoll kann Daten über synchrone und asynchrone Wähl- und Standleitungen übertragen. Es ist dadurch in der Lage unabhängig vom jeweiligen physikalischen Interface zu arbeiten. Die einzige Voraussetzung, die beim Einsatz des PPP-Protokolls gefordert wird, besteht in einer vollkommen transparenten, voll duplexfähigen Datenleitung.

Das Datenformat des PPP-Protokolls

Datenrahmen für das PPP-Protokoll

Datenrahmen für das PPP-Protokoll

Das Datenformat des PPP-Protokolls hat festgelegte Datenfelder und beginnt und endet jeweils mit einem 8 Bit langen Flag. Dieses Flag hat immer die Bitkombination 0111 1110. Im Anschluss an das Flag folgt das 8 Bit lange Adressenfeld, das auf 111 111 gesetzt ist, da das PPP-Protokoll derzeit noch keinen Adressmechanismus unterstützt. Das folgende 8 Bit lange Control-Feld definiert das Unnumbered-Information-Kommando (UI). Die binäre Struktur für das Control-Feld ist 000 001. Es werden nur Datenpakete mit diesen Werten bearbeitet. Das folgende 2 Byte lange Protocol-Feld bestimmt die Weiterbehandlung der Datenpakete. Dabei kann es sich um festgelegte Netzwerkprotokolle handeln, aber auch um Routing-Protokolle. Im folgenden Informationsfeld sind die Header und Daten des im Protokollfeld definierten Netzwerkprotokolls enthalten. Den Abschluss vor dem Flag bildet das 16 oder 32 Bit lange Prüfsummenfeld (FCS).

Das PPP-Protokoll basiert auf dem Data-Encapsulation-Protokoll, dem Link Control Protocol (LCP) und dem Network Control Protocol (NCP). Das PPP-Protokoll ist u.a. in diversen RFCs beschrieben. Für die Übertragung über mehrere unabhängige Übertragungskanäle oder für die Bündelung von mehreren Kanälen gibt es das Multilink-PPP-Protokoll (ML-PPP).

Informationen zum Artikel
Deutsch: PPP-Protokoll
Englisch: point-to-point protocol - PPP
Veröffentlicht: 08.01.2019
Wörter: 364
Tags: #Routingprotokolle #Routing-Prozeduren
Links: Adressenfeld, Anschluss, AppleTalk-Protokoll, Binär, Bit (binary digit)