Ortskurve

Eine Ortskurve ist eine grafische Darstellung für die frequenzabhängige Impedanz. Diese Darstellungsform, kann überall dort eingesetzt werden, wo das impedanzmäßige Verhalten von Zweipolen, Vierpolen, Kabeln, Filtern oder Schwingkreisen durch Scheinwiderstände und ohmsche Widerstände beeinflusst wird.


Das Koordinatensystem von Ortskurven besteht aus dem realen Widerstand (Realteil), der in der Horizontalen aufgetragen wird, und dem Scheinwiderstand, dem Imaginärteil, der in der Vertikalen aufgetragen wird. Der Parameter Frequenz wird an der Ortskurve eingetragen.

Besteht der Vierpol aus einem ohmschen Widerstand, dann ist die Ortskurve eine Senkrechte, die beim realen Widerstandswert auf der Horizontalen beginnt und vertikal verläuft, da sich der Widerstandswert auch bei steigenden Frequenzen nicht ändert.

Ortskurven für einen ohmschen Widerstand (blau) und einen Scheinleitwert (grün)

Ortskurven für einen ohmschen Widerstand (blau) und einen Scheinleitwert (grün)

Anders verhält es sich bei einer Induktivität. Sie hat bei Gleichstrom einen geringen Widerstandswert, der mit höheren Frequenzen ansteigt. Betrachtet man dagegen den imaginären Leitwert einer RL-Reihenschaltung, dann entspricht der imaginäre Leitwert des ohmschen Widerstands mit 1/R dessen Leitwert. Mit steigender Frequenz nimmt der Einfluss der Induktivität zu, bis der Leitwert bei einer unendlich hohen Frequenz Null beträgt. Als Ortskurve bildet sich ein Halbkreis aus, der bei Leitwert des ohmschen Widerstands beginnt und bei Null, dem Leitwert der Induktivität, endet.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Ortskurve
Englisch: locus
Veröffentlicht: 05.11.2008
Wörter: 212
Tags: #Elektronik-Grundlagen
Links: Filter, Frequenz, Gleichstrom, Impedanz, Induktivität