Nahbesprechungseffekt

Wenn bei gerichteten Mikrofonen die Schallquelle zu nahe am Mikrofon ist, tritt eine Hervorhebung der Bässe auf. Dieser Effekt heißt Nahbesprechungseffekt und hängt damit zusammen, dass eine Beugung der tiefen Frequenzen auftritt.


Die Beugung der tiefen Frequenzen erfolgt um die Mikrofonkapsel herum und beeinflussen durch das Laufzeitglied die Membran. Im Gegensatz dazu hat der Schall bei höheren Frequenzen einen gerichteten Verlauf; diese Frequenzen beugen sich nicht oder nur in geringem Maße. Darüber hinaus reagieren die Mikrofone auch auf die Schallschnelle, die bei tiefen Frequenzen nahe der Schallquelle überproportional ansteigt.

Je geringer der Abstand zwischen Schallquelle und Mikrofon ist, desto stärker werden tiefe Frequenzen angehoben und es entsteht ein dumpfer, unnatürlicher Klang. Der Nahbesprechungseffekt tritt nur bei gerichteten Mikrofonen mit Druckgradientenempfängern bei Abständen von weniger als 60 cm auf. Bei Mikrofonen die ausschließlich für Nahbesprechung ausgelegt sind, wie Lavalier-Mikrofone, wird entweder mit Druckempfängern gearbeitet oder es werden Hochpässe eingesetzt, mit denen die tiefen Frequenzen gedämpft werden.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Nahbesprechungseffekt
Englisch: proximity effect
Veröffentlicht: 05.08.2006
Wörter: 167
Tags: #Akustik-Grundlagen
Links: Beugung, Druckgradientenempfänger, Frequenz, Hochpass, K (key)