Mehrträgermodulation

Die Mehrträgermodulation (MCM) ist eine moderne Modulationstechnik, die bereits vor mehreren Jahrzehnten entwickelt wurde und zunehmend an praktischer Bedeutung gewinnt, vor Allem in WLANs nach IEEE 802.11a, 802.15.3 und 802.16a. Während beim klassischen Einträgerverfahren eine Trägerfrequenz mit einem Frequenzband übertragen wird, wird beim Mehrträgerverfahren der Übertragungskanal in mehrere Subkanäle mit gleicher Bandbreite unterteilt und jeder Teilkanal einer eigenen Trägerfrequenz zugeordnet.



Vom Prinzip her wird jeder Teilkanal mit dem gleichen Modulationsverfahren moduliert und hat die gleiche Übertragungsrate. Die Teilkanäle können aber auch mit unterschiedlichen Modulationsverfahren moduliert werden, um Beeinträchtigungen durch Störungen entgegenzuwirken. Dadurch werden die einzelnen Teilkanäle optimal ausgenutzt.

Frequenzmultiplex mit Unterträgerbändern, 
   die durch Sicherheitsbänder getrennt sind

Frequenzmultiplex mit Unterträgerbändern, die durch Sicherheitsbänder getrennt sind

Zu den Mehrträgerverfahren gehören das Mehrtonverfahren (DMT) und das Frequenzmultiplex. Beim Frequenzmultiplex wird zwischen den einzelnen Unterträgern ein Sicherheits-Frequenzband eingefügt wird, um eine gegenseitige Beeinträchtigung der Frequenzbänder auszuschließen. Bei der orthogonalen Mehrträgertechnik, wie sie beispielsweise im Orthogonal Frequency Division Multiplex (OFDM) eingesetzt wird, entfällt das Sicherheits-Frequenzband, die Unterträger sind dichter nebeneinander und überlappen sich sogar.

Mehrträgerverfahren finden in stationären und mobilen Funkübertragungssystemen ihren Einsatz. Sie zeichnen sich durch hohe Datenraten, Reichweite und Flexibilität aus und haben niedrige Bitfehlerraten.


Informationen zum Artikel
Deutsch: Mehrträgermodulation
Englisch: multicarrier modulation - MCM
Veröffentlicht: 18.04.2013
Wörter: 213
Tags: #Mobilfunknetze #Modulationstechniken
Links: 802.15.3, Bandbreite, BER (bit error rate), Datenrate, Frequenzband