MPEG (moving picture experts group)

Moving Picture Experts Group (MPEG) steht gleichermaßen für ein Standardisierungs-Gremium und für mehrere asymmetrische Codierverfahren sowie für verschiedene Dateiformate für die Bild-, Bewegtbild- und Audiokompression.


Die MPEG-Kompression wird für Digitalvideo auf Computern, für Streaming-Media und für die Übertragung von digitalen Fernsehbildern eingesetzt. 1988 begannen die internationale Standardisierungs-Organisation (ISO) und die Internationale elektrotechnische Kommission (IEC) einen Standard für die Videokompression und Audiokompression zu entwickeln, der 1992 in der ersten Version als MPEG-1 unter ISO 11172 verabschiedet wurde. Die Audiokompression wird u.a. in Compact Discs (CD), DVDs und im Digital Audio Broadcast (DAB) eingesetzt.

Bei MPEG handelt es sich um eine verlustbehaftete Kompression, das bedeutet, dass bei der Decodierung das Originalbild nicht mehr exakt reproduziert werden kann. Darüber hinaus ist die Codierung technisch sehr viel aufwändiger als die Decodierung.

Die verschiedenen MPEG-Versionen, MPEG-1, MPEG-2, MPEG-3, MPEG-4, MPEG-7 und MPEG-21

MPEG-1 wurde 1992 verabschiedet und ist ein integrierter Standard für die Codierung von Bewegtbildern mit zugehörigem Audio zur Speicherung auf Compact Discs (CD). Der Standard MPEG-1 ist in einen Videoteil und einen Audioteil untergliedert. MPEG-1-Audio sieht die Codierung von Mono- und Stereosignale vor. MPEG-1 entspricht in der Video-Wiedergabequalität der Auflösung von VHS und eignet sich für multimediale Präsentationen auf CD-ROM oder Compact Disc Interactive (CD-I).

Übertragungsbandbreiten von MPEG-komprimierten Grafik-Files

Übertragungsbandbreiten von MPEG-komprimierten Grafik-Files

Für die Übertragung von Bewegtbild in Standard-Fernsehqualität und Studioqualität mit mehreren Tonkanälen wurde Ende 1994 MPEG-2 standardisiert. MPEG-2 zeichnet sich durch seine hohe Flexibilität in der Audiokompression aus, unterstützt Audio für höchste Ansprüche und kann theoretisch einen Raumklang aus bis zu 48 Kanälen bilden.

MPEG-4 kam 1999 auf den Markt und legt im Gegensatz zu MPEG-1 und MPEG-2 kein einheitliches Kompressionsverfahren fest, sondern definiert eine Sammlung von Audio- und Video-Kompressionsverfahren. MPEG-4 bildet ein Rahmenwerk das die Integration beliebiger Medienobjekte unterstützt, ebenso wie die Interaktion zwischen menschlichen Benutzern und der audiovisuellen Welt.

MPEG-7 wurde 2001 standardisiert, um multimediale Inhalte zu beschreiben und ein Ordnungssystem für die vielen MPEG-Varianten zu schaffen. MPEG-7 berücksichtigt neben den audiovisuellen Inhalten auch Textinformationen und wird von der Description Definition Language (DDL) unterstützt. Mit XML-Anwendungen soll ein Multimedia Description Scheme (MDS) entwickelt werden, mit dem sich Audio- und Video-Inhalte mittels Schlüsselwörtern identifizieren lassen.

MPEG-21 unterstützt den multimedialen Nachrichtenaustausch. Die vorherige Abgrenzung in Bezug auf fest strukturierte Benutzergruppen wie Videostudios öffnet sich damit zur Konsumelektronik. Der Endverbraucher hat damit die Möglichkeit, persönliche Fotos, Audio- und Videosequenzen mit Fremdproduktionen zu kombinieren. Auch die Weiterverarbeitung kann Online erfolgen, ebenso können die semiprofessionellen Aufnahmen und Videoclips kommerziellen Anbietern angeboten werden.

http://www.mpeg.org

Informationen zum Artikel
Deutsch: MPEG-Standard
Englisch: moving picture experts group - MPEG
Veröffentlicht: 26.07.2019
Wörter: 440
Tags: #Video-Dateien #Videokompression
Links: Audiokompression, Auflösung, Bild, CD (compact disc), CD-I (compact disc interactive)