MICS (medical implant communications service)

Medical Implant Communications Service (MICS) ist ein Mobilfunk-Standard für die Übertragung von Medizindaten in der Telemedizin. MICS überträgt die Daten von MedRadio im Frequenzbereich zwischen 402 MHz bis 405 MHz zwischen implantierten Geräten, den Active Implantable Medical Devices (AIMD), und der sendenden Programmierstation.

Der MICS-Standard ermöglicht den Betrieb von implantierten Geräten wie Herzschrittmachern oder Miniaturkameras, mit sehr geringer Leistung, ohne dass andere Anwender beeinträchtigt oder andere Frequenzbereiche gestört werden. Medizinische Geräte, die den Vorschriften der Federal Communications Commission (FCC) entsprechen, können lizenzfrei betrieben werden.

Dabei darf die Störstrahlung EIRP 25 µW nicht überschreiten, die Bandbreite darf die vorgegebenen Bandbreite von 300 kHz nicht übersteigen und es darf keine Sprache übertragen werden.

MICS-Systeme dürfen keine anderen MICS-Geräte in der Übertragung beeinträchtigen, was eine entsprechende Wahl der Frequenzkanäle voraussetzt. Darüber hinaus müssen MICS-Systeme die Übertragungskanäle überwachen und für den Sendewunsch freigeben. Für diesen Zweck gibt es die Betriebsart Listen Before Talking (LBT).

In Europa wird die Standardisierung vom European Telecommunications Standards Institute (ETSI) im Standard EN 301 839 durchgeführt, wobei einige WICS-Parameter geändert, weitere Übertragungsparameter hinzugefügt werden. Was die Übertragungsbandbreite des MedRadio betrifft, so ist diese um 2 MHz breiter, da unter- und oberhalb der MICS-Bänder zwei 1-MHz-Bänder für den Medical Data Service (MEDS) zur Verfügung stehen.

Die Übertragungsrate liegt bei MICS bei 800 kbit/s, bidirektional bei 400 kbit/s, die Reichweite beträgt 2m.

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Deutsch:
Englisch: medical implant communications service - MICS
Veröffentlicht: 21.04.2016
Wörter: 246
Tags: Medizintechnik
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