M/S-Stereofonie

Während bei Stereo die Audiosignale für die linke und rechte Seite getrennt aufgenommen, verarbeitet und wiedergegeben werden, arbeitet die M/S-Stereofonie mit einem mittigen und einem Seitensignal. Das mittige Signal ist das Summensignal (L+R) und umfasst alle Signale, die für die linke und rechte Seite identisch sind. Das Seitensignal ist das Differenzsignal (L-R) und umfasst die Signalunterschiede zwischen dem linken und rechten Kanal. Aus dem Mitte-Signal (M) und dem Seite-Signal (S) können die einzelnen Signale für den linken und rechten Kanal reproduziert werden: L=(M+S)/2, R=(M-S)/2.



Das M/S-Verfahren hat einige Vorteile gegenüber dem klassischen Stereo. Vor allem dann, wenn kaum Unterschiede zwischen beiden Seiten vorhanden sind, repräsentiert das Mitte-Signal das komplette Audiosignal und kann direkt für die monophone Aufnahme und Übertragung genutzt werden.

Aufnahmetechnik bei der 
   MS-Stereofonie

Aufnahmetechnik bei der MS-Stereofonie

Der wesentliche Unterschied der M/S-Stereofonie gegenüber der klassischen Stereofonie liegt in der Aufnahmetechnik, bei der die beiden Mikrofone für die M- und S-Signale möglichst dicht beieinander liegen müssen oder besser noch, in einem Gehäuse untergebracht sein können und sich in der Richtcharakteristik unterscheiden. Dadurch entstehen keine Laufzeitunterschiede und somit auch keine Kammfiltereffekte. Während das Mikrofon für das M-Signal eine Kugel- oder Nierencharakteristik haben muss, arbeitet das Mikrofon für das S-Signal mit einer Achter-Richtcharakteristik, wobei dessen Achsenwinkel um 90° versetzt ist. Dadurch erfassen die beiden kreisförmigen Keulen der Achter-Charakteristik die Töne von beiden Seiten.

Die M/S-Stereofonie hat eine ausgezeichnete monophone Wiedergabe und wird in Rundfunk und Fernsehen eingesetzt, aber auch in Joint-Stereo.


Informationen zum Artikel
Deutsch: M/S-Stereofonie
Englisch: middle/side stereo - MS
Veröffentlicht: 26.03.2017
Wörter: 263
Tags: #Akustik-Grundlagen
Links: Audio, Fernsehen, Gehäuse, Joint-Stereo, Kammfiltereffekt