Link-State-Algorithmus

Beim Link-State-Algorithmus (LSA), einem dynamischen Routing-Verfahren, wird der Berechnung der Routingtabelle eine vollständige Topologiebasis zugrunde gelegt: Die LSA-Datenbasis enthält sowohl Informationen über Entfernungen zu anderen Routern als auch Zusatzinformationen über die hierarchische Struktur, in der Router untereinander verbunden sind.


Beim Link-State-Algorithmus wird typischerweise nach Area-Router (Hierarchieebene 1) und Backbone-Router (Hierarchieebene 2) unterschieden, es sind also mindestens zwei Hierarchie-Ebenen vorhanden. Bei Tabellenänderungen werden nur die Änderungen nur an die Nachbarn innerhalb der eigenen Hierarchieebene weitergegeben, nicht an alle Systeme. Zur Berechnung sind verschiedene Metriken möglich, nicht nur die Anzahl an Hops zwischen zwei Endsystemen.

Der Link-State-Algorithmus, der auch in Shortest Path First (SPF) eingesetzt wird, neigt weniger dazu, Zyklen bei Topologieänderungen zu produzieren, und konvergiert schneller, d.h. findet nach Veränderungen im Netzbetrieb die konstante optimale Route schneller. Zudem generiert er weniger Overhead: Router senden nicht ihre komplette Tabelle, sondern nur die Information, welche direkten aktiven Nachbarn sie besitzen. Aus dieser verteilten Datenbank berechnet sich jeder Router die neuen Routen. Im Rahmen der TCP/IP-Protokolle hat sich als Alternative zum Routing Information Protocol (RIP) die SPF-Variante Open Shortest Path First (OSPF) etabliert.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Link-State-Algorithmus
Englisch: link state algorithm - LSA
Veröffentlicht: 19.02.2018
Wörter: 188
Tags: #Routing-Prozeduren
Links: Datenbank, Endsystem, Hop, Information, Konstante