LightRadio

LightRadio ist eine energieeffiziente Mobilfunklösung, die an den Basisstationen ansetzt. Mit diesem Konzept das unter Federführung von Alcatel-Lucent und unter Mitwirkung von Hewlett Packard und Freescale entwickelt wurde, sollen Mobilfunknetze verschlankt, vereinfacht und wesentlich kostengünstiger hergestellt werden. Ziel von LightRadio ist die Reduzierung der Betriebs- und Energiekosten und die Vereinfachung des technischen Konzepts von Mobilfunknetzen. Diese Ziele werden vorwiegend durch eine Verringerung der Basisstationen und der Sendemasten sowie durch eine vereinfachte Mobilfunknetzarchitektur erreicht.


Beim flexiblen, anpassungsfähigen LightRadio-Konzept werden die verschiedenen Komponenten der Basisstation voneinander getrennt, wodurch die einzelnen Signalverarbeitungs- und Sendekomponenten klein und leicht werden und auf Telefonmasten oder an Gebäuden installiert werden können. Die Signalverarbeitung arbeitet mit im Netz verteilter Intelligenz, vergleichbar einer Carrier-Cloud, wodurch die LightRadio-Architektur dynamisch an steigenden Übertragungsbedarf angepasst werden kann. In der Sendekomponente, einem Würfel mit einer Kantenlänge von 6 cm, ist die Breitband-Antennenarrays, die Antennenweichen, das Funkmodul und ein Verstärker integriert. Das aktive Breitband-Antennenarray arbeitet im Multiband mit mehreren Frequenzen für die Netze der 2., 3. Und 4.Generation und somit auch für Long Term Evolution (LTE). Ein LightRadio-Würfel kann zwei Frequenzbänder abdecken, beispielsweise die zwischen 1,8 GHz und 2,6 GHz. Eine Frequenzbanderweiterung ist mit zusätzlichen Sendekomponenten möglich. Verbesserte Kompressionsalgorithmen für Quardaturamplitudenmodulation sorgen darüber hinaus für eine effizientere Ausnutzung der Übertragungskapazität. Für den Betrieb der LightRadio-Cubes sind lediglich ein Breitbandanschluss und eine Stromversorgung erforderlich. Im LightRadio-Konzept sind keine neuen Sendemasten vorgesehen, vorhandene können für die Installation der Light-Radio-Sendekomponente benutzt werden.

LightRadio-Cube, 
   Foto: Alcatel-Lucent

LightRadio-Cube, Foto: Alcatel-Lucent

Damit die Komponenten für die Signalverarbeitung und die Sendeeinheit so kompakt als möglich werden, werden modernste System-on-Chips (SoC) verwendet. Die Komponenten reagieren automatisch auf Feldstärkeänderungen und Bandbreitenbedarf. Realisiert sind sie als relativ kleine nur wenige hundert Gramm leichte Würfel, von denen mehrere zusammen eine Basisstation ersetzen.

Einen ähnlichen Ansatz der Energieeffizienz nutzt auch Liquid Radio, ein Konzept von Nokie Siemens Networks, bei dem alle technischen Aspekte der verschiedenen Mobilfunksysteme wie die unterschiedlichen Frequenzbereiche, Architekuren und Funkabstrahlungen in dezentralen Einheiten konzentriert und vereinheitlicht werden.

Informationen zum Artikel
Deutsch: LightRadio
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Veröffentlicht: 07.10.2011
Wörter: 344
Tags: #UMTS-Netze
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