Leitungscodierung

Die Leitungscodierung ist neben der Quellencodierung und der Kanalcodierung eine weitere Codierung, die in Übertragungssystemen eingesetzt wird. Sie arbeitet auf der Bitübertragungsschicht und sorgt für die Anpassung des zu übertragenden Signals an die Eigenschaften des Übertragungsmediums. Bei der Leitungscodierung werden die zu übertragenden Digitalsignale durch Umcodierung in einen geeigneten Leitungscode gewandelt.


Leitungscodes können nach ihrem Verhalten in Bezug auf Störungen ausgewählt werden, oder hinsichtlich der Gleichstromfreiheit, der Running Digital Sum (RDS), der Taktrückgewinnung, Redundanz oder auch zur Reduzierung der Schrittgeschwindigkeit.

Quellen-, Leitungs- und Kanalcodierung im Blockschaltbild

Quellen-, Leitungs- und Kanalcodierung im Blockschaltbild

In allen Übertragungssystemen werden Leitungscodes eingesetzt: In lokalen Netzen und Weitverkehrsnetzen, auf Bussen, in Mobilfunknetzen, optischen Netzen und IP-Netzen. Solche Codes können biphasig sein oder ternär, sie können nach jeder Pegeländerung nach Null gehen oder nur aus positiven und negativen Signalamplituden bestehen. Bekannte, in ISDN-Schnittstellen eingesetzte Leitungscodierungen sind die Alternate Mark Inversion (AMI), die in der S0-Schnittstelle angewandt wird, High Density Bipolar (HDB3) in der S2M- und UK2-Schnittstelle und die 4B/3T-Codierung sowie die 2B1Q-Codierung in der UK0-Schnittstelle. In lokalen Netzen und Ethernet werden u.a. folgende Leitungscodes eingesetzt: Die 4B/5B-Codierung in FDDI, die Manchester-Codierung im klassischen Ethernet, 4T+-Codierung in Fast Ethernet, 5B/6B-Codierung in 100Base-VG, Multi Level Transmission (MLT) in FDDI und viele weitere.

Ein wichtiger Aspekt für Leitungscodes ist die Dichte an Einsen über die die Synchronisation aufrecht erhalten wird. Da aber bei manchen Codierungen lange Null-Folgen auftreten und die Synchronisation beeinträchtigen könnten, fügt man zusätzliche positive oder negative Puls ein. Dieses Verfahren, das bei den Zero-Substitution-Verfahren wie B8ZS, B6ZS oder B3ZS angewandt wird, nennt sich Bipolar Violation (BPV).

Informationen zum Artikel
Deutsch: Leitungscodierung
Englisch: line coding
Veröffentlicht: 31.03.2015
Wörter: 285
Tags: #Codierung
Links: 100Base-VG, 2B1Q-Codierung, 4B/3T-Codierung, 4B/5B-Codierung, 4T+-Codierung