Lautsprecherbox

Die Erzeugung eines Tons und dessen Abstrahlung sind zwei getrennte Vorgänge. Bei Lautsprechern entscheidet das Lautsprecherprinzip über die Ton- resp. Schallerzeugung; die Bauform der Lautsprecher über die Weiterleitung des Schalldrucks. Das Klangvolumen und der Frequenzbereich eines Lautsprechers kommen aber erst in Verbindung mit der Schallabstrahlung voll zur Geltung. Diese Funktion übernehmen Schallwände, Lautsprecherboxen und Bassreflexboxen.


Aufbau einer Lautsprecherbox

Lautsprecherboxen sind kleinere oder größere Gehäuse aus Holz an deren Frontseite ein oder mehrere Lautsprecher für die Schallabstrahlung sorgen. Das Gehäuse verhindert akustische Kurzschlüsse, die der Membranbewegung entgegen arbeiten. Dadurch kann die Lautsprechermembran ihre Bewegungsenergie an die Luft abgeben. Lautsprecherboxen sind mit Dämmmaterial ausgeschlagen damit sich keine Eigenresonanzen bilden, und sind je nach Konzept als in sich geschlossene Lautsprecherbox ausgeführt oder sie haben einen Luftschlitz an der Vorder- oder Rückseite.

Frequenzgang einer geschlossenen Box und einer Bassreflex-Box

Frequenzgang einer geschlossenen Box und einer Bassreflex-Box

Lautsprecherboxen, die den kompletten Frequenzbereich abstrahlen, sind mit zwei, drei oder vier Lautsprechern ausgestattet: mit Mitteltönern (MT), kombiniert mit Hochtönern (HT) und Tieftönern (TT). Man spricht in diesem Zusammenhang von Mehrwegesystemen. Je nach Konzept unterscheidet man zwischen 1-, 2-, 3- oder 4-Wege-Systemen, wobei sich die Wege auf die Frequenzbereiche beziehen. So besteht eine 3-Wege-Lautsprecherbox aus einem Mitteltöner, Hochtöner und Tieftöner. Die Anschlüsse der verschiedenen Chassis sind nach außen geführt und können je nach Anschlusskonzept mit einem Lautsprecherkabel oder in Bi-Wiring, Bi-Amping oder Tri-Wiring angeschlossen werden.

Lautsprecherwand und verschiedene Lautsprecherboxen

Lautsprecherwand und verschiedene Lautsprecherboxen

In sich geschlossene Lautsprecherboxen bilden eine unendlich große Schallwand bei der der abgestrahlte Schall nicht an die Lautsprecherrückseite gelangen kann. Die im Gehäuse eingeschlossene Luft bildet ein Luftpolster mit einer definierten Federsteife. Im Tieftonbereich ist der Wirkungsgrad relativ gering. In Lautsprecherboxen können Lautsprecher mit Gütefaktoren mit Qts-Werten von über 0,5 eingesetzt werden. Der Qts-Wert bestimmt das Dämpfungsverhalten der Lautsprecher und ist entscheidend für dessen Ein- und Ausschwingverhalten.

Die verschiedenen Mehrwegesysteme

Das 1-Wege-System arbeitet mit einem Breitband-Lautsprecher, dessen Frequenzgang den gesamten Audiobereich von tiefen, bis zu hohen Frequenzen abdeckt. Kritisch gestaltet sich beim 1-Wege-System, das ohne Frequenzweichen arbeitet, die Wiedergabe von hohen Frequenzen.

Das 2-Wege-System besteht aus einem Tiefmittel- und einem Hochtöner. Beide Lautsprecher können über Frequenzweichen angeschlossen sein, wobei die Trennfrequenz bei 2 kHz bis 3 kHz liegt.

Zwei-Wege-Lautsprecherbox 
   von IMG

Zwei-Wege-Lautsprecherbox von IMG

Das 3-Wege-System besteht aus drei Lautsprechern: einem Hoch-, Mittel- und Tieftöner. Es gibt diverse Freiheitsgrade für die untere und obere Trennfrequenz. Außerdem Gestaltungsmöglichkeiten mit anderen Lautsprechern. Die Ansteuerung der Lautsprecher erfolgt getrennt über Frequenzweichen.

Die Mehrwegesysteme haben hinreichenden Gestaltungsspielraum und werden nicht explizit klassifiziert. So kann beispielsweise bei einem 4-Wege-System ein Hochtöner, ein Tieftöner und zwei Mitteltöner verwendet werden. Eines der bekannteren Anordnungssysteme ist die D'Appolito-Anordnung.

Sind in der Lautsprecherbox ein oder mehrere Leistungsverstärker untergebracht, spricht man von einer Aktivbox, werden die Lautsprecher von einem äußeren Leistungsverstärker angesteuert, handelt es sich um Passivboxen.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Lautsprecherbox
Englisch: loudspeaker box
Veröffentlicht: 13.09.2019
Wörter: 487
Tags: #Lautsprecher
Links: Aktivbox, Akustischer Kurzschluss, Anschluss, Bassreflexbox, Bi-Amping