LAN-Emulation

Um eine übergangslose Integration der bestehenden lokalen Netzwerke auf ATM-Technologie zu ermöglichen, wurde vom ATM-Forum eine ATM-Emulations-Spezifikation erarbeitet. Die LAN-Emulation ist ein Verfahren, um verbindungslose LAN-Protokolle in ATM-Netzwerken zu nutzen. Das Prinzip der LAN-Emulation basiert auf der Abbildung von MAC-Adressen auf ATM-Adressen, wodurch dieses Verfahren für Schicht-3-Protokolle völlig transparent ist.


Mittels LAN-Emulation sind ATM-Schalteinheiten in der Lage, die MAC-Schicht der standardisierten lokalen Netze zu emulieren.

LAN-Emulation als Client-Server-Architektur

Clients und Server im emulierten LAN

Clients und Server im emulierten LAN

Ein emuliertes LAN hat eine Client-Server-Architektur und besteht aus vier Komponenten, die auf einem oder mehreren Rechnern oder Netzknoten realisiert werden müssen: Dem LAN Emulation Client (LEC), dem LAN Emulation Server (LES), dem LAN Emulation Configuration Server ( LECS) und dem Broadcast and Unknown Server ( BUS)

Da klassische LANs wie Ethernet, Token Ring oder FDDI verbindungslos arbeiten, die ATM-Funktionalität aber verbindungsorientiert ist, muss die LAN-Emulation dafür sorgen, dass alle Endgeräte (LEC) am ATM-Netz, die miteinander kommunizieren wollen, eine Verbindung erhalten. Dabei müssen nicht alle Geräte zu jeder Zeit miteinander Verbindung haben. Die Geräte, die miteinander kommunizieren wollen, befinden sich in einem virtuellen Netz, das die für diese Kommunikation notwendigen Verbindungen bereitstellt. Endgeräte, die häufig miteinander kommunizieren müssen oder die für ihre Kommunikation eine Zeittransparenz benötigen, erhalten eigene Verbindungen.

Einsatz und Anwendungen von virtuellen Netzen

Einsatz und Anwendungen von virtuellen Netzen

Endgeräte, die seltener miteinander kommunizieren und keine Zeittransparenz benötigen, kommunizieren über den LAN-Emulations-Server. Dies gilt für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Für Broadcast-Verbindungen gibt es den Broadcast- und Unknown-Server, der Verbindungen zu allen Endgeräten hat.

LAN-Emulation und Internetworking

Protokollkonvertierung in der LAN-Emulation

Protokollkonvertierung in der LAN-Emulation

Bei der LAN-Emulation müssen die Internetworking-Komponenten und die ATM-Switches die Strukturen der LANs zusammen mit der MAC-Adresse transparent übertragen.

Darüber hinaus muss die LAN-Emulation für die Konvertierung bestimmter LAN-Daten in das ATM-Format sorgen. Da LAN-spezifische Protokolle wie das IP-Protokoll, das Internetwork Packet Exchange Protocol (IPX) oder OSI-Protokolle nicht für das zellorientierte ATM optimiert sind, müssen diese Protokolle mit möglichst hoher Effizienz in die ATM-Zellen verpackt werden, beispielsweise durch Encapsulation. Zu berücksichtigen ist, dass die MAC-Informationen der existierenden LANs über das ATM-Netzwerk transferiert werden müssen. Da hierfür noch keine einheitlichen Standards erarbeitet wurden, gibt es unterschiedliche Herstelleransätze, die proprietäre Lösungen unterstützen. Außerdem soll die LAN-Emulation die Konfiguration virtueller Netze unterstützen.

Informationen zum Artikel
Deutsch: LAN-Emulation
Englisch: LAN emulation - LANE
Veröffentlicht: 08.11.2013
Wörter: 394
Tags: #ATM-Konfigurationen
Links: ATM (asynchronous transfer mode), ATM-Adresse, ATM-Forum, ATM-Schalteinheit, ATM-Zelle