Kriechstrom

Bei Potentialdifferenzen zwischen zwei nebeneinander liegenden Leiterbahnen einer Leiterplatte oder zwischen zwei Steckkontakten, baut sich ein elektrisches Feld auf, das einen Stromfluss, den Kriechstrom, über das zwischen den Leiterbahnen liegenden Isoliermaterial bewirken kann.


Die Höhe des Kriechstroms hängt vom Abstand zwischen den Leiterbahnen, von der Feuchtigkeit, der Verschmutzung und von sonstigen äußeren Einflüssen auf das Leiterplattenmaterial ab. Da das elektrische Feld einen mehr oder weniger geringen Stromfluss verursacht, der sich langsam zwischen den spannungsführenden Leitern über das Isoliermaterial aufbaut, spricht man von Kriechstrom.

Die Iolierfestigkeit ist ein Maß für die Kriechstromfestigkeit, Comparative Tracking Index (CTI). Sie ist abhängig von der Wasseraufnahmefähigkeit des Isoliermaterials und vom Abstand der spannnungsführenden Leiterbahnen. Der CTI-Wert ist ein dimensionsloser Wert, der in einem exakt definierten Testverfahren nach IEC 60112 ermittelt wird. Die CTI-Werte liegen zwischen 125 für Phenolharz und 600 für Polytetrafluorethylen (PTFE). Die Kriechstromfestigkeit und der erforderliche Leiterbahnabstand sind in den VDE-Verordnungen VDE 0110 und VDE 030/1 festgelegt.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Kriechstrom
Englisch: leakage current
Veröffentlicht: 26.02.2019
Wörter: 161
Tags: #Elektronik-Grundlagen
Links: Elektrisches Feld, IEC (international electrotechnical commission), Index, Isolierung, Leiter