Kernspeicher

Die Bezeichnung Kernspeicher stammt aus der Anfangszeit der Speichertechnik, als kleinste Ferritperlen von nur 0,5 mm Durchmesser zu Speichermatrizen aufgebaut wurden.

Die Remanenz von Ferrit hat zwei stabile magnetische Zustände, die die beiden binären Zustände repräsentieren. Ein Ferritkern kann somit ein Bit speichern. Durch die Ferritperlen wurden Schreib- und Lesedrähte gezogen, die den magnetischen Zustand abfragten oder veränderten. Ein Kernspeicher auf Ferritperlen-Basis war ein nichtflüchtiger Speicher, dessen Zugriffszeit im Bereich von 800 ns lag. Bei Auslesen der Kernspeicherzelle konnte die Remanenz allerdings so stark beeinträchtigt werden, dass die Kernspeicherzelle ihre Information verlor. Man sprach in diesem Zusammenhang von Destructive Readout (DRO).

Ferritperlen eines klassischen Kernspeichers mit Schreib- und Lesedrähte, Foto: ZDV

Ferritperlen eines klassischen Kernspeichers mit Schreib- und Lesedrähte, Foto: ZDV

Der Begriff Kernspeicher wird oft synonym für einen Arbeitsspeicher (RAM) verwendet, obwohl es sich dabei im einen Halbleiterspeicher handelt.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Kernspeicher
Englisch: core memory
Veröffentlicht: 29.01.2012
Wörter: 138
Tags: #Speichertechnik
Links: ASP (Arbeitsspeicher), Binär, Bit (binary digit), DRO (destructive readout), Ferrit