IMS (IP multimedia subsystem)

Ein Schritt zur Konvergenz von Netzen und Diensten, wie es das Next Generation Network (NGN) vorsieht, ist der Übergang von einer Netzzugangstechnik zu einer Dienste-Zugangstechnik. Das hierfür benutzte Konzept heißt IP Multimedia Subsystem (IMS) mit dem die Steuerungs- von den Transportfunktionen getrennt werden und das Festnetze, Kabelnetze, Mobilfunknetze, WLANs und WiMAX zu einer flexiblen Infrastruktur vereint, über die neue Applikationen eingeführt werden. So beispielsweise Internetfernsehen (IPTV), Internettelefonie (VoIP), Videokonferenzen, Videospiele mit mehreren Teilnehmern, Rich Communication Suite - Enhanced (RCS-e) usw.


Für diesen Zweck bietet das IMS-System eigene Standards und ein Ebenen-Modell, das das Telekommunikationsnetz konsequent in Schichten für das Zugangsnetz, Vermittlungsnetz mit der Sitzungsschicht und die Anwendung gliedert.

IMS-Software-Stack

IMS-Software-Stack

IP Multimedia Subsystem als Integrationsplattform

IMS bildet gleichermaßen eine zentrale Integrationsplattform für die Steuerung von Mobilfunkdiensten, die Kundenverwaltung und das Accounting für Mobilfunkdienste, die auf dem IP-Protokoll aufsetzen. Die zentrale Komponente des IP Multimedia Subsystem ist die Call Session Control Function (CSCF), die die Multimedia Sessions initiiert, koordiniert und überwacht und damit die Voraussetzung für die multimediale Kommunikation von verschiedenen Diensten zwischen unterschiedlichen Netzen bildet. Weitere Kernkomponenten sind die Media Gateway Control Function (MGCF) für das Internetworking auf der Call-Control-Ebene, das Media Gateway (MGW), die Breakout Gateway Control Function (BGCF) und der Multimedia Resource Function Controller (MRFC). Für die Kommunikation zwischen den Netzelementen und den Benutzern benutzt IMS das Session Initiation Protocol (SIP), bekannt aus der Internettelefonie.

Das von der TISPAN, einer Unterorganisation von ETSI, standardisierte IMS-Konzept wird vom 3rd Generation Partnership Project (3GPP) und dem UMTS-Forum unterstützt und soll bei Einzel- und Gruppenkommunikation ein breites Anwendungsszenario bieten. Das gilt gleichermaßen für Echtzeit- und Nichtechtzeit-Anwendungen ebenso wie für Triple-Play-Dienste.

Die multimediale Vermittlungstechnik von IMS

IMS-Architektur 
   mit Anwendungen

IMS-Architektur mit Anwendungen

Der IMS-Standard beschreibt eine Multimedia-Vermittlungstechnik für paketvermittelte Netze und unterschiedliche Zugangstechniken im Mobilfunk wie UMTS, EDGE, General Packet Radio Service (GPRS) oder WLAN. Mobilfunkbetreiber können damit zahlreiche Sprach-, Multimedia- und Datendienste mit dem IP-Protokoll und dem SIP-Protokoll realisieren. Beispiele für IMS-Anwendungen sind Multimedia- und Videokonferenzen sowie Push-to-Talk oder Instant-Messaging.

Neben der Konvergenz von Sprache, Video und Daten steht die Konvergenz der Festnetze mit den Mobilfunknetzen. Dank dieser Konvergenz sind mobile Triple-Play-Dienste möglich. Darüber hinaus gestattet IMS den Aufbau von Multimediaverbindungen sowie den Wechsel zwischen verschiedensten Diensten ohne Medienbrüche.

IMS beschreibt die Funktionen der Netzelemente und die Schnittstellen zwischen ihnen. Die einzelnen Netzelemente übernehmen dabei verschiedene Funktionen, so stellt der Application Server Dienste bereit, die Call-Processing-Elemente übernehmen die Signalisierung, Datenbanksysteme halten Nutzerdaten vor, Media Server spielen Ansagen ein, und Gateways verbinden die unterschiedlichen Zugangsnetze.

Informationen zum Artikel
Deutsch:
Englisch: IP multimedia subsystem - IMS
Veröffentlicht: 27.07.2012
Wörter: 428
Tags: #IP-Dienste #Next-Generation-Netze
Links: 3GPP (third generation partnership project), Account, Anwendungsserver, Controller, CSCF (call session control function)