IEEE 802.22

Die 2004 gegründete Arbeitsgruppe 802.22 führt den Titel Wireless Regional Area Network (WRAN) und beschäftigt sich mit der Standardisierung von regionalen Funknetzen. Mit dieser Technik sollen in einem regionalen Bereich von bis zu 100 km Hochgeschwindigkeitsverbindungen realisiert werden. Und zwar überall dort, wo die drahtgebundenen DSL-Techniken noch nicht flächendeckend zur Verfügung stehen.


In Wireless Regional Area Networks erfolgt die Funkübertragung in nicht genutzten Fernsehbändern oder in den Sicherheits-Frequenzbändern, die zwischen den Fernsehkanälen im VHF- und UHF-Band liegen. Diese Frequenzbänder gehören zu den White Spaces. Mit Cognitive Radio gibt es eine Technik um solche ungenutzten Fernsehbänder oder wenig benutzten Frequenzbereiche, wie beispielsweise die White Spaces, für Übertragungszecke zu nutzen. Die Bandbreite der Fernsehkanäle beträgt 6 MHz, 7 MHz oder 8 MHz, je nachdem in welchem Frequenzbereich sie liegen, die Bandbreite der Zwischenbänder beträgt 1 MHz. Die Federal Communications Commission (FCC) hat einer lizenzfreien Nutzung dieser Frequenzbereiche zugestimmt.

Spezifikationen von IEEE 802.22

Spezifikationen von IEEE 802.22

In der Arbeitsgruppe 802.22 wird die Luftschnittstelle mit dem Wireless RAN Medium Access (MAC) und der Bitübertragungsschicht spezifiziert, ebenso wie die Richtlinien und Prozeduren für den Betrieb in den Fernsehbändern. Für diese Funktechnik steht der Frequenzbereich des terrestrischen Fernsehens zwischen 54 MHz und 862 MHz zur Verfügung. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Vermeidung von unerwünschten Interferenzen, wie sie zwischen analogen und digitalen Fernsehen und anderen funktechnischen Einrichtungen entstehen können. Dies verhindert die Technik des Cognitive Radios, die bei Wireless Regional Area Networks von zentraler Bedeutung ist.

Die Struktur von 802.22 besteht aus Basisstationen an die die Teilnehmer-Endgeräte in Punkt-zu-Mehrpunktverbindungen angeschlossen sind. Die Basisstation überträgt die Daten über den Downlink mit 1,5 Mbit/s zu den Teilnehmer-Endgeräten, im Uplink werden die Daten mit 384 kbit/s von den Endgeräten zur Basisstation übertragen. Darüber hinaus verwaltet die Basisstation den Zugang der Endgeräte zu den Funkkanälen, der mit Orthogonal Frequency Division Multiple Access (OFDMA) erfolgt, und das Cognitive Radio, das die Frequenzbänder nach nicht benutzten Funkkanälen absucht.

Neben dem Basis-Standard 802.22 gibt es mit 802.22.1 einen Standard, der sich mit dem Schutz gegen Interferenzen beschäftigt, die bei geringer Sendeleistung entstehen. Darüber hinaus gibt es den Standard 802.22.2 für die Bereitstellung und Installation von 802.22-Systemen.

Informationen zum Artikel
Deutsch: 802.22
Englisch: IEEE 802.22
Veröffentlicht: 05.12.2013
Wörter: 372
Tags: #Funktechniken in Anschlussnetzen #IEEE-Standards
Links: Analog, Arbeitsgruppe, Bandbreite, Basisstation, Bitübertragungsschicht