IEEE 802.11n

Die Arbeitsgruppe IEEE 802.11n hat im Jahr 2009 den Vorschlag des Enhanced Wireless Consortium (EWC) für drahtlose Hochgeschwindigkeitsübertragung mit Datenraten von 600 Mbit/s standardisiert. Dieser Vorschlag ist kompatibel zu WiFi und für das Home Networking konzipiert. Wobei solche Datenraten im Heimnetz nur in Verbindung mit hochauflösendem Fernsehen (HDTV) vorkommen. WLANs mit diesen Datenraten werden damit auf die Stufe von leitungsgebundenen lokalen Netzen wie Gigabit-Ethernet gestellt.


Die Frequenzbereiche für 802.11n

Der Vorschlag wurde von Agere eingereicht und basiert auf Breitbandkanälen, die mit dem MIMO-Verfahren arbeiten. Als Frequenzbereiche dienen das ISM-Band bei 2,4 GHz und das UNII-Band bei 5 GHz. Im 2,4-GHz-Band stehen in Deutschland 13 Kanäle, im 5-GHz-Band 19 Kanäle zur Verfügung, in den USA sind es 11 und 24.

Spezifikationen 
   von 802.11n

Spezifikationen von 802.11n

Beide Frequenzbereiche können gleichzeitig im Dual-Band-Betrieb benutzt werden. Da das 5-GHz-Band höhere Bandbreiten zur Verfügung stellt, nutzt man im Dual-Band den 2,4-GHz-Frequenzbereich für allgemeine Internet-Anwendungen wie E-Mails, Surfing und Chats und den 5-GHz-Bereich für Streaming von Audio und Video, für Computerspiele und andere breitbandige Anwendungen.

Modulationsverfahren für 802.11n

Als Modulationsverfahren verwendet 802.11n Quadraturamplitudenmodulation (64QAM) und Orthogonal Frequency Division Multiplex (OFDM). Bei dieser Codierung wird jedes Symbol durch sechs Bits repräsentiert. Die Übertragungsgeschwindigkeit wird von dem Modulation and Coding Scheme (MCS) bestimmt. Sie ist abhängig von der Kanalbreite, dem Modulationsverfahren, der Anzahl an Funkkanälen und der Coderate. So wird bei der Nutzung eines 20-MHz-Kanals die nominale Übertragungsgeschwindigkeit von derzeit 54 Mbit/s bei 2x2 20-MHz-Kanälen durch Multiple Input Multiple Output (MIMO) mit zwei Spatial Streams (SS) auf 150 Mbit/s erhöht. Eine 4x4-Konfiguration mit jeweils zwei 40-MHz-Kanälen in beiden Frequenzbändern hat eine Vervierfachung auf nominal 600 Mbit/s zur Folge. Die reale Datenrate dürfte etwa die Hälfte der nominalen betragen. Als Alternative zu MIMO kann auch mit Beamforming oder Space Time Block Coding (STBC) gearbeitet werden. Bei der Space Time Block Coding (STBC) werden mehrere parallele Datenströme in einem Funkkanal übertragen.

802.11n-Adapterkarte, 
   Foto: medicalconnectivity.com

802.11n-Adapterkarte, Foto: medicalconnectivity.com

Die Spezifikationen von 802.11n, das als IEEE 802.11n-2009 standardisiert wurde, wurden vom Enhanced Wireless Consortium (EWC) entwickelt und vorangetrieben. Weitere Aktivitäten zur Erhöhung der Datenrate von WLANs gibt es von Worldwide Spectrum Efficiency (WWISE) und TGnSync. Als Sicherheitsprotokoll wird in 802.11n das Counter Mode with CBC-MAC Protocol (CCMP) eingesetzt.

Der Standard 802.11n ist vollkompatibel zu den Standards 802.11b, 802.11g und 802.11a. Die Weiterentwicklung von 802.11n ist 802.11ac mit einer Datenrate von mehreren Gigabit pro Sekunde.

Informationen zum Artikel
Deutsch: 802.11n
Englisch: IEEE 802.11n
Veröffentlicht: 07.02.2018
Wörter: 410
Tags: #802.11
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