Handover

Das Handover (HO) oder Handoff ist ein Übergabeverfahren in Zellularnetzen und in WLANs, das bei aktiver Kommunikation angewandt wird und dann in Funktion tritt, wenn das Handy während eines Gesprächs von einer Funkzelle in eine benachbarte wechselt. Sobald das Empfangsgerät den Sendebereich einer Basisstation verlässt und in den der nächsten Basisstation eintritt, tritt das Handover in Funktion. Die Kommunikation wird unterbrechungsfrei weitergeführt, obwohl die Sender der ersten und der folgenden Basisstation auf unterschiedlichen Frequenzen senden.


Ausgelöst wird das Handover, wenn die Feldstärke an der Mobilstation oder dem WLAN-Client keine einwandfreie Übertragung zulässt. Der Zeitpunkt für die Umschaltung wird sowohl über die empfangene Feldstärke ermittelt als auch über die Auswertung eines 4-kHz-Pilottons.

Die Übergabeprozedur beim Handover

Handover 
   eines Handys beim Wechsel in eine andere Funkzelle

Handover eines Handys beim Wechsel in eine andere Funkzelle

Die Übergabeprozedur erfolgt innerhalb von 5 ms bis 10 ms und kann von der Basisstation aus erfolgen, aber auch von der Mobilstation aus. In GSM-Netzen erfolgt das Handover von der Basisstation aus, man spricht dann von einem zentralen Handover; bei DECT wird ein dezentrales Handover angewendet, das von der Mobilstation gesteuert wird. Dieses Verfahren wird auch als Mobile Controlled Handover (MCHO) bezeichnet.

Das Handover kann innerhalb einer Funkzelle stattfinden (Intracell-HO), durch Umschaltung auf eine andere Funkfrequenz, oder zwischen zwei benachbarten Funkzellen (Intercell-HO), die von einer Basisstation aus gesteuert werden. Darüber hinaus kann das Handover zwischen Funkzellen erfolgen, die von der gleichen oder von verschiedenen Funkbasissteuerungen (BSC) verwaltet werden, die wiederum mit verschiedenen Mobilfunkvermittlungsstellen (MSC) verbunden sind. Neu spezifiziert, aber noch nirgends realisiert, ist das Inter-PLMN-HO, also das Handover zwischen verschiedenen Netzbetreibern.

Vom Übergabeverfahren her unterscheidet man zwischen Hard Handover und Soft Handover. Beim Hard Handover überprüft die Mobilstation den Verbindungszustand zur vorhandenen Basisstation in regelmäßigen Intervallen. Gleichzeitig sucht sie nach benachbarten Basisstationen und schätzt deren Übertragungsqualität ein. Hat eine andere Basisstation ein besseres Signal-Rausch-Verhältnis (S/N). Nachdem die Mobilstation mit der Basisstation die Informationen ausgetauscht hat, baut dieses ihre Verbindung ab und die Mobilstation synchronisiert sich auf die neue Basisstation. Bevor die Kommunikation über die neue Basisstation erfolgt, wird die Verbindung zur alten vollständig getrennt. Die Mobilstation ist immer nur mit einer Basisstation verbunden.

Anders ist es beim Soft Handover. Bei diesem Verfahren werden die Downlink-Daten gleichzeitig über die Downlinks von mehreren Funkzellen synchron übertragen. Das empfangene Signal wird aus der Summe der empfangenen Signale gebildet. Soft Handover wird u.a. bei UMTS eingesetzt.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Handover
Englisch: handover - HO
Veröffentlicht: 05.11.2013
Wörter: 410
Tags: #Mobilfunkdienste
Links: Basisstation, BSC (base station controller), DECT (digital enhanced cordless telecommunications), Downlink, Feldstärke