HBM (human body model)

Bestimmte Halbleiterbauelemente reagieren äußerst empfindlich auf elektrostatische Entladungen, die über Personen abgeleitet werden. Für die Simulation solcher personenbezogener Entladungen hat man ein allgemein benutztes Personenmodell entwickelt: das Human Body Model (HBM).

Das HBM-Modell ist ein in der Halbleiterindustrie und im US-Militär eingesetztes und von diesem auch standardisiertes Modell, MIL-Std-833, mit dem Entladungen, die beim Berühren von elektronischen Bauteilen und Komponenten entstehen können, simuliert werden. Das im Standard spezifizierte Modell wird durch eine kapazitive Belastung von 100 pF bis 300 pF und einem Entladewiderstand von 1,5 Kilo-Ohm nachgebildet. Diese Werte entsprechen denen des menschlichen Körpers. Während des Tests wird die Kapazität aufgeladen und hat bei einer Aufladung auf beispielsweise 10 kV eine Energie von 10 mJ. Die aufgeladenen Kapazität wird dann über den Entladewiderstand entladen.

Ersatzschaltbild für das Human Body Model (HBM)

Ersatzschaltbild für das Human Body Model (HBM)

Die ESD Association hat die Spannungsempfindlichkeiten für das Human Body Model in mehrere Klassen eingeteilt, die bei 250 V beginnen, jeweils mit verdoppelten Spannnungswerten arbeiten, und in Spannungswerten von <8.000 V ihre höchste Klasse haben.

Neben dem Human Body Model (HBM) gibt es für ESD-Tests noch das Charged Device Model (CDM) und das Machine Model (MM).

Informationen zum Artikel
Deutsch:
Englisch: human body model - HBM
Veröffentlicht: 30.04.2016
Wörter: 195
Tags: EMV
Links: CDM (charged device model), ESD (electrostatic discharge), ESDA (electrostatic discharge association), Kapazität, Klasse