Gestenerkennung

Die Gestenerkennung ist eine berührungslose Benutzerschnittstelle, die zur Interaktion in Anwendungsprogrammen eingesetzt wird. Bei dieser Erkennungsmethode geht es um Körperbewegungen und Körperhaltungen und deren Umsetzung in nutzbare Informationen. Es geht um die Bewegung, die Position, Richtung und Schnelligkeit der Bewegung von einer Hand, des Kopfes oder des ganzen Körpers.


Die Gestenerkennung hat nur bedingt etwas gemein mit der Bewegungssteuerung durch Datenhandschuhe. Auch die Bewegungseingabe in Computerspielen wie der Spielekonsole Wii ist nur bedingt mit der Gestenerkennung zu vergleichen, weil die Spiele-Sensorik, ebenso wie die Sensorik von Datenhandschuhen, vom Anwender richtungs- und geschwindigkeitsabhängig bewegt werden.

In jeder menschlichen Geste steckt eine Information, die es zu erkennen gilt. Eine Kopfbewegung kann Zustimmung oder Ablehnung signalisieren, eine Handbewegung ist in vielerlei Hinsicht interpretier- und auswertbar. Diese Informationen gilt es zu selektieren und für die Interaktion zu nutzen.

ITSO-Multitouchscreen mit Gestenerkennnung, Foto: sciencem4g.blogspot.com/

ITSO-Multitouchscreen mit Gestenerkennnung, Foto: sciencem4g.blogspot.com/

Die Technik der Gestenerkennung setzt auf Kamera- und Infrarot-basierte Systeme, die den Bewegungsablauf, dessen Position, Richtung und Geschwindigkeit mit verfeinerten Algorithmen auswerten. Ein Verfahren arbeitet mit Infrarotsensoren und ermittelt die Gesten anhand der errechneten Position eines Objektes. Bei diesem Verfahren wird Infrarotlicht von Infrarot-LEDs an der bewegten Hand reflektiert und von Infrarotdetektoren detektiert. Ein anderes Verfahren arbeitet Phasen-basiert und wertet den zeitlichen Verlauf der Signaländerungen aus und bestimmt darüber die Bewegungsrichtung eines Objektes. Die Kombination beider Verfahren zeitigt zufriedenstellende Ergebnisse.

Ein alternatives Verfahren setzt nicht auf die optische Erfassung und Auswertung, sondern auf elektrische Feldstärkeänderungen. Bei diesem Verfahren wird ein definiertes elektrisches Feld erzeugt, das kontinuierlich gemessen wird. Änderungen der Feldstärke, die durch den Mensch und dessen Bewegung in dem elektrischen Feld entstehen, werden erfasst und ausgewertet. Das Verfahren kann Bewegungen und deren Richtung im Abstand von 10 cm bis 15 cm eindeutig erkennen.

Die Umsetzung der Gestenerkennung in praktische Anwendungen ist im Natural User Interface (NUI) zu erkennen, wie sie in Multi-Touchscreens realisiert wird.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Gestenerkennung
Englisch: gesture recognition
Veröffentlicht: 07.06.2015
Wörter: 317
Tags: #Anwendungen der Informationstechnik
Links: Algorithmus, Computerspiel, Datenhandschuh, Elektrisches Feld, Feldstärke