Galileo

Das von der Europäischen Union (EU) initiierte Satelliten-Navigationssystem Galileo ist das Pendant zum US-amerikanischen Global Positioning System (GPS). Es wird von der europäischen Raumfahrtagentur ESA geleitet und sollte bereits 2009 in Betrieb gehen. Die erste Inbetriebnahme mit 18 der geplanten 30 Satelliten erfolgte Ende 2016. Die volle Inbetriebnahme mit allen Satelliten und Diensten soll 2020 erfolgen.


Galileo soll von der Konzeption her genauer sein als das GPS-System und zielt primär auf zivile Anwendungen ab, außerdem stellt es mehr Dienste zur Verfügung.

Die verschiedenen Galileo-Dienste

Entsprechend den vielseitigen Einsatzgebieten, bietet Galileo mehrere unterschiedliche Dienste: den offenen Dienst (OS), den kommerziellen Dienst (CS), den sicherheitskritischen Dienst (SoL), den öffentlich regulierten Dienst (PRS) sowie den Such- und Rettungsdienst (SAR).

Dienste des Galileo-Navigationssystems

Dienste des Galileo-Navigationssystems

  • Der offene Dienst oder Basisdienst (OS) übermittelt Zeit- und Positionssignale mit einer Genauigkeit von 15 m. Dieser kostenlose Dienst kann beispielsweise für Fahrzeugleitsysteme eingesetzt werden.
  • Im kommerziellen Dienst, dem Commercial Service (CS), der sich durch eine Genauigkeit von etwa 1 m auszeichnet, wird der Empfang auch in Schattenbereichen von Gebäuden oder Bergen garantiert.
  • Der sicherheitskritische Dienst (SoL) ist speziell für die Funktionsüberwachung von Luft-, Schienen- und Schiffsverkehr gedacht.
  • Beim öffentlich regulierten Dienst, dem Public Regulated Service (PRS), der eine lokale Auflösung von 1 m hat und eine Verfügbarkeit von bis zu 99,9 %, werden die Signale verschlüsselt und sind gegen Störungen gesichert. Dieser Dienst ist für öffentliche Sicherheitseinrichtungen wie Polizei, Grenzschutz und Militär vorgesehen.
  • Kenndaten von Galileo

    Kenndaten von Galileo

  • Der Such- und Rettungsdienst (SAR) ist für Rettungseinsätze vorgesehen, bei denen die Signale der Hilfesuchenden als Koordinaten an die Rettungsdienste übermittelt werden.
Galileo arbeitet mit 30 MEO-Satelliten, von denen 3 als Reserve-Satelliten dienen, die auf drei kreisförmigen Satellitenbahnen in einer Höhe von 23.616 km die Erde umkreisen.

Galileo sendet zehn Navigationssignale in drei Frequenzbändern.

  • Band 1 für das Downlink liegt zwischen 1,164 GHz und 1,215 GHz,
  • Band 2 zwischen 1,260 GHz und 1,300 GHz und
  • Band 3 zwischen 1,559 GHz und 1,593 GHz.
Galileo-System mit drei Satellitenbahnen, Grafik: ESA

Galileo-System mit drei Satellitenbahnen, Grafik: ESA

Die Frequenzbänder wurden von der ITU festgelegt. Das unterste Frequenzband ist den Radio Navigation Satellite Services (RNSS) zugeordnet. Die Datenraten sind dienst- und modulationsabhängig und liegen zwischen 50 bit/s und maximal 1.000 bit/s beim kommerziellen Dienst mit Zweiphasenumtastung (BPSK).

Außerdem ist Galileo interoperabel zum GPS-System und Glonass, wodurch auch bei ungünstigsten Galileo-Empfangsbedingungen immer noch genügend Navigationssignale von den beiden anderen Navigationssystemen empfangen werden können.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Galileo
Englisch: Galileo
Veröffentlicht: 01.02.2018
Wörter: 395
Tags: #Satelliten-Navigation
Links: Auflösung, bit/s (Bit pro Sekunde), Datenrate, Dienst, Downlink