GPON (gigabit PON)

Gigabit PON (GPON) ist eine FTTx-Technik auf Basis passiver optischer Netze (PON), die sich durch Übertragungsraten von 2,5 Gbit/s auszeichnet. Die GPON-Technik steht im Mittbewerb mit Ethernet Passive Optical Network (EPON) und mit Gigabit Ethernet PON (GEPON), wobei GPON in Europa und den USA präjudiziert wird


GPON arbeitet mit einer generischen Verkapselung (GEM), mit dem Ethernet-Frames und Daten über eine GPON-Verbindung übertragen werden können. Eine GPON-Verbindung arbeitet unidirektional im Down- und Upstream. Im Downstream werden die Daten in der Vermittlungsstelle mit Zeitmultiplex (TDM) an die Kunden übertragen, im Upstream senden die Kunden die Daten im TDMA-Verfahren in zugeteilten Zeitschlitzen.

GPON-Konfiguration

GPON-Konfiguration

Eine GPON-Verbindung ist eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Die vom Access Node (AN) in der Vermittlungsstelle abgehende Glasfaser wird in Leerrohren verlegt und mit einer Optical Line Termination (OLT) abgeschlossen. Die Monomodefaser wird über einen optischen Splitter geführt, in dem sie für mehrere Signalpfade gesplittet wird. Der passiv arbeitende Splitter verteilt die Glasfasern zu den Anschlussstellen, die durch die optische Netzwerkeinheit (ONU) gebildet werden. Beim Downstream leitet der Splitter das übertragene Signal über seine 32 oder 64 Ausgänge an die Endverbraucher, so, dass alle Endverbraucher das gleiche Signal empfangen. Im Upstream leitet der Splitter die einzelnen Kundensignale nur in Richtung Vermittlungsstelle. Damit der Down- und Upstream voneinander getrennt sind und sich nicht gegenseitig beeinträchtigen, arbeiten GPONs mit zwei unterschiedlichen Wellenlängen: Der Downstream wird auf der Wellenlänge von 1.490 nm, der Upstream auf 1.310 nm übertragen. Erfolgt die Übertragung auf zwei Lichtwellenleitern, dann arbeiten beide mit 1.310 nm.

GPON im Unterschied zu BPON

GPON-Standards

GPON-Standards

Im Gegensatz zu Broadband Passive Optical Network (BPON) können mit GPON in beiden Richtungen Datenraten im Gigabit-Bereich übertragen werden. So definiert die ITU-Empfehlung G.984 für den Dowstream Übertragungsraten von 1,244 Gbit/s und 2,488 Gbit/s, der Upstream wird mit Geschwindigkeiten von 622 Mbit/s und 1,244 Gbit/s über 20 km unterstützt. Die internationale Fernmeldeunion (ITU) arbeitet an höheren Zugangsraten mit 10 Gbit/s bidirektional über 20 km. Die Weiterentwicklung ist in 10GEPON basierend auf 10-Gigabit-Ethernet zu sehen.

Realisiert wird GPON in SFP-Modulen. Es gibt zwei unterschiedliche Versionen, genannt Classes, die sich im optischen Budget unterscheiden. Class B+ hat eine Sendeleistung zwischen 1,5 dB und 5 dB und eine Empfangs-Empfindlichkeit von 28 dB. Bei den Modulen Class C+ liegen die Werte bei 3 dB bis 7 dB und 32 dB. Für die Übertragung von Video hat die ITU separate Wellenlängen definiert. Da aber Videosignale auch mittels IP-Protokoll über GPON übertragen werden können, ist es denkbar, dass die dafür vorgesehenen Wellenlängen ungenutzt bleiben.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Gigabit-PON
Englisch: gigabit PON - GPON
Veröffentlicht: 29.07.2018
Wörter: 424
Tags: #Optische Anschlusstechnik
Links: 10GEPON (10 gigabit Ethernet PON), 10-Gigabit-Ethernet, Bidirektional, BPON (broadband passive optical network), Daten