G-Schnittstelle

Die GPRS-Netzarchitektur hat mehrere Referenzpunkte als G-Schnittstellen spezifiziert. Über die diversen G-Schnittstellen erfolgt die Kommunikation unter den verschiedenen GPRS-Komponenten und hin zu anderen Mobilfunknetzen. Es gibt diverse G-Schnittstellen, die mit Gb, Gc, Gd, Gf, Gi, Gn, Gp, Gr und Gs bezeichnet sind. Darüber hinaus gibt es im Fernmelde-Kontrollnetz noch die G-Schnittstellen Ga, Gx und Gy.


Bei der Gb-Schnittstelle handelt es sich um die Schnittstelle zwischen dem Base Station Subsystem (BSS) und der Serving GPRS Support Node (SGSN). Über sie erfolgt der Austausch von Zeichengabeinformationen und Teilnehmerdaten. Die Gb-Schnittstelle unterstützt das Multiplexen von mehreren Teilnehmern über das gleiche physikalische Medium.

Die Gc-Schnittstelle dient dem Datenaustausch zwischen dem Gateway GPRS Support Node (GGSN) und dem Standortverzeichnis (HLR). Die Gd-Schnittstelle bildet die Verbindung zwischen dem Serving GPRS Support Node (SGSN) mit der Gateway-Vermittlungsstelle (GSMC) und mit dem Internetworking Mobile Switching Center (IWMSC).

Die Gi-Schnitttstelle ist eine Internetworking-Schnittstelle in GPRS-Netzen. Der Gi-Referenzpunkt liegt zwischen der Gateway GPRS Support Node (GGSN) und einem externen IP-Netz. Der GGSN fungiert aus Sicht des IP-Netzes als Router.

Bei der Gn-Schnittstelle handelt es sich um eine Schnittstelle zwischen Serving GPRS Support Nodes (SGSN) und zwischen Gateway GPRS Support Nodes (GGSN). Als Transportprotokoll ist das GPRS Tunnneling Protocol (GTP) definiert.

Die Gp-Schnittstelle ist eine Schnittstelle für eine virtuelle Verbindung von verschiedenen Mobilfunknetzen über das Border Gateway in der der Gateway GPRS Support Node (GGSN). Die Knoten werden über das GPRS Tunneling Protocol (GTP) miteinander verbunden.

In GPRS-Netzen enthält das Standortverzeichnis (HLR) die GPRS-Teilnehmerdaten und die Routing-Informationen. Dieses Verzeichnis ist von der Serving GPRS Support Node (SGSN) über die Gr-Schnittstelle zugänglich, die die SGSN mit dem Home Subscriber Server (HSS) verbindet. Über die Gr-Schnittstelle werden Informationen über den Aufenthaltsort des Handys übertragen. Bei diesen Daten handelt es sich um Signalisierungsdaten über die Funkzelle und die GPRS-Dienste, die die Mobilstation unterstützt und die für sie freigeschaltet sind. Das auf der Gr-Schnittstelle benutzte Signalisierungsprotokoll ist Mobile Application Part (MAP).

Die Gs-Schnitttstelle ist ein GPRS-Interface, das zwischen der Serving GPRS Support Node (SGSN) und der Mobilfunkvermittlungsstelle (MSC) liegt. Über das Gs-Interface erfolgt die Signalisierung zwischen den genannten GPRS-Komponenten.

Eine weitere Schnittstelle des Fernmelde-Kontrollnetzes ist die Gx-Schnittstelle, die zwischen der Policing and Charging Enforcement Function (PCEF) und der Policing and Charging Rules Function (PCRF) liegt.

Die Gy-Schnittstelle ist eine Schnittstelle der Funktionseinheit Policy Control and Charging (PCC) von LTE-Netzen und zwar zwischen der Traffic Detection Function (TDF) und dem Online Charging System (OCS) bzw. dem Funktionsmodul Policing and Charging Enforcement Function (PCEF).

Neben der Online-Schnittstelle gibt es mit der Gz-Schnittstelle eine weitere für die Offline-Abrechnung für das Offline Charging System (OFCS). Sie liegt zwischen dem Offline Charging System (OFCS) und dem Funktionsmodul Policing and Charging Enforcement Function (PCEF) und unterstützt die Offline-Abrechnung der Dienste.

Informationen zum Artikel
Deutsch: G-Schnittstelle
Englisch: G interface
Veröffentlicht: 05.10.2014
Wörter: 465
Tags: #GSM-Netze
Links: BSS (base station subsystem), Daten, Dienst, Funkzelle, Gateway-Vermittlungsstelle