Funkmikrofon

Funkmikrofone sind Mikrofonsysteme, die ihre Signale über Funk übertragen, also kabellos arbeiten. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hat für die Nutzung von Funkmikrofonen mehrere VHF- und UHF-Frequenzen freigegeben. In vielen Fällen handelt es sich um Frequenzen der ISM-Bänder. Je nach Frequenzband ist die Nutzung anmelde-, kosten- und lizenzpflichtig und bestimmten Nutzergruppen vorbehalten oder allgemein freigegeben.


Ein Funkmikrofon ist ein Mikrofon mit einer Sende- und Empfangseinrichtung über die die Mikrofonsignale vom Sender zum Empfänger übertragen werden. Der Sender kann als Taschensender ausgeführt oder in Handmikrofonen integriert sein. Taschensender werden vorwiegend mit Ansteckmikrofonen wie Lavalier-Mikrofonen, Kopfbügelmikrofonen oder mit Headsets eingesetzt. Der Funkempfänger ist auf die Sendefrequenz der Sender abgestimmt, er empfängt die Funkfrequenzen, demoduliert das modulierte Mikrofonsignal und überträgt das verstärkte Sprachsignal per Kabel zum Mischpult. Zur Verbesserung der Übertragungsqualität kann die Empfangseinrichtung mit Diversität ausgestattet sein und mit mehreren Antennen arbeiten.

Funkfrequenzen für Funkmikrofone

Funkfrequenzen für Funkmikrofone

Eine solche funktechnische Einrichtung kann unterschiedliche Frequenzbereiche nutzen. Speziell der UHF-Bereich von 790 MHz bis 862 MHz wird von vielen Herstellern für Funkmikrofone genutzt. Dieser Frequenzbereich ist bis Ende 2015 weiter nutzbar, danach nur noch mit kostenpflichtiger Einzelzuteilung. Die Bundesnetzagentur hat 2011 zwei weitere Frequenzbereiche für die Allgemeinnutzung zugeteilt und zwar die zwischen 823 MHz und 832 MHz und zwischen 1.785 MHz und 1.800 MHz. Diese Frequenzbereiche werden als Mittenlücken bezeichnet, weil es sich um nicht genutzte Frequenzbereiche zwischen Uplink und Downlink von Mobilfunksystemen handelt.

Funkmikrofon für den UHF-Bereich, 
   Foto: yatego.com

Funkmikrofon für den UHF-Bereich, Foto: yatego.com

Die Funkübertragung und Modulation

Die Funkübertragung selbst erfolgt in Frequenzmodulation mit einem Frequenzhub von 30 kHz oder 40 kHz. Der Frequenzhub kann von den Anbietern bestimmt werden, es empfiehlt sich aber bei qualitativ hochwertigen Aufnahmen mit Sendeeinrichtungen mit höherem Frequenzhub einzusetzen. Für einige Musikinstrumente kann sogar ein Frequenzhub von 20 kHz ausreichend sein. Die Anzahl der Funkkanäle kann je nach Drahtlossystem zwischen 4 und 48 liegen. Die Sendeleistung unterliegt gesetzlichen Bestimmungen. So ist im VHF-Bereich eine Sendeleistung von 10 mW festgelegt, im UHF-Bereich eine von 20 mW.

Die Vorteile von Funkmikrofonsystemen liegen in der Flexibilität und Mobilität des Sprechers und in der schnellen Installation der Mikrofonanlage ohne Kabelverlegung.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Funkmikrofon
Englisch: radio microphone
Veröffentlicht: 22.11.2014
Wörter: 360
Tags: #Mikrofone
Links: Antenne, BNetzA (Bundesnetzagentur), Diversität, Downlink, Drahtlossystem