Füllfaktor

Der Begriff Füllfaktor wird in der Speichertechnik, der Photovoltaik, bei Projektoren und bei Micro-Displays, LCD-Displays und OLED-Displays benutzt.


  1. In der Speichertechnik steht der Füllfaktor für leere Speicherplätze in einer geordneten Datenstruktur. Diese freien Speicherplätze werden für Datensätze frei gehalten, die nach dem vorgegebenen Index-Schema dort gespeichert werden damit die Indexierungsstruktur nicht unterbrochen wird. Der Füllfaktor ist dabei der prozentuale Anteil der freien Speicherplätze.

  2. In der Photovoltaik ist der Füllfaktor (FF) ein wichtiger Kennwert für deren Güte. Er sagt aus, wie gut eine Solarzelle durch Lichtstrahlung emittierte Ladungsträger sammelt. Der Füllfaktor ist abhängig von der Art der Solarzelle und davon, ob es sich um eine Silizium-basierte Solarzelle handelt oder um ein anderes Halbleitermaterial.

    I-U-Kennlinie einer Solarzelle

    I-U-Kennlinie einer Solarzelle

    Bei Solarzellen gibt es zwei Leistungswerte: Der Maximum Power Point (MPP) (helle Fläche) und die maximal mögliche Leistung, die sich aus dem Kurzschlussstrom und der Leerlaufspannung errechnet (blaue Fläche). Der Füllfaktor ist als das Verhältnis von dem MPP-Wert zum theoretischen Leistungswert definiert und immer unter 1. Mono- und polykristalline Solarzellen erreichen Füllfaktoren zwischen 0,7 und 0,8, bei amorphen liegen die FF-Werte zwischen 0,5 und 0,7.

  3. Bei Projektoren und LCD-Displays wird zur Erhöhung der Lichtausbeute der Flächenanteil der LCD-Pixel zur Gesamtfläche erhöht indem man die Stegbreite zwischen den einzelnen Pixeln verringert. Das Verhältnis Pixelfläche zur Gesamtfläche wird als Füllfaktor bezeichnet. LCD-, OLED- und Micro-LED-Displays erreichen Füllfaktoren von über 90 %. Je höher der Füllfaktor ist, desto höher ist die Lichtausbeute.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Füllfaktor
Englisch: filling factor - FF
Veröffentlicht: 08.09.2019
Wörter: 261
Tags: #Solartechnik, Photovoltaik
Links: Datensatz, Gütefaktor, Halbleiter, LCD (liquid crystal display), Leerlaufspannung