Fragmentierung

  1. In IP-Netzen handelt es sich beim Fragmentieren um die Unterteilung von großen Datenpaketen in mehrere kleinere Datenpakete. So kann beim Routen von Datenpaketen über mehrere Netze die Paketlänge die maximal verarbeitbare Paketlänge der Router oder die zulässige Datenpaketlänge der Netze übersteigen. Dies ist beispielsweise beim Übergang von Ethernet mit einer Paketlänge von 1.518 Bytes zu X.25 mit einer Paketlänge von 512 Bytes der Fall. In einem solchen Fall werden die Datenpakete in Teile zerlegt (fragmentiert) und einzeln über das Netz geschickt.


    Das Fragmentieren gehört zu den Standardfunktionen des IP-Protokolls. Fragmente werden jeweils mit einem vollständigen IP-Header versehen und als unabhängige Datenpakete übertragen. Die Fragmente können unterschiedliche Wege über das Netz nehmen und die Datenstation in unterschiedlicher Reihenfolge erreichen. Die Datenstation muss in der Lage sein, die Fragmente zu sortieren und diese in der richtigen Reihenfolge an die höhere Protokollschicht zu übergeben. Dies wird durch die Angabe eines Offsets in dem eigens hierfür vorgesehenen Fragment-Offset-Feld im IP-Header erreicht. Der Vorgang des Zusammensetzens der einzelnen Datenpakete wird Reassembling genannt.

  2. Bei Speichermedien versteht man unter Fragmentieren die Aufteilung eines Datenbestandes bei der Speicherung. Dabei werden die Daten nach bestimmten Vorgaben der Speicherorganisation auf den Speicherplätzen einer Speicherplatte abgelegt. Die Fragmentierung hat unmittelbaren Einfluss auf die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten. Bei Platzmangel können längere Datensätze auf Sektoren gespeichert werden, die über die gesamte Festplatte verteilt sind. Dies führt zur Reduzierung der Zugriffszeit, was durch eine Defragmentierung behoben werden kann.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Fragmentierung
Englisch: fragmentation
Veröffentlicht: 12.06.2011
Wörter: 256
Tags: #Speicher #Routing-Prozeduren
Links: Byte, Daten, Datenpaket, Datensatz, DST (Datenstation)