Fibre-Channel

Fibre-Channel (FC) ist eine High-Speed-Übertragungstechnik, die für den schnellen Datentransfer zwischen Workstations, Mainframes, Supercomputern, Speichereinrichtungen und Displays entwickelt und von der ANSI standardisiert wurde.


Der Fibre Channel hat weder eine kanaltypische Architektur noch eine netzwerktypische, er kombiniert die Vorteile beider Architekturen in einer einzigen I/O-Schnittstelle miteinander. Ein solcher Kanal verfügt über eine hohe Flexibilität und ermöglicht leistungsstarke, serielle Hochgeschwindigkeitsübertragungen unter Benutzung des FCP-Protokolls oder anderer gängiger Protokolle.

Das FC-Schichtenmodell kennt daher Kanal-Protokolle wie Small Computer System Interface (SCSI), Internet SCSI (iSCSI), Single Byte Command Code Set (SBCCS), High Performance Parallel Interface (HIPPI), Enterprise System Connection (ESCON) und Fibre Channel Connection (FICON), sowie Netzwerkprotokolle wie FDDI, IP-Protokoll und auch ATM.

Fibre 
   Channel in Sterntopologie mit zentralem FC-Switch

Fibre Channel in Sterntopologie mit zentralem FC-Switch

Die von Fibre-Channel unterstützten Übertragungsraten reichen von 133 Mbit/s bis hin zu 10 Gbit/s. Die FC-Technologie kann durch einen Switch mit Multipoint-Adressierungsmöglichkeit auch in den LAN-Bereich adaptiert werden. Dabei unterstützt Fibre-Channel das Kanal-Interface als auch das Netzwerk-Interface.

Die Topologien des Fibre Channels

Die FC-Topologie basiert auf einem Link, der aus zwei unidirektionalen Glasfaserstrecken aufgebaut ist. Darüber hinaus können auch Kupferleitungen als FC-Übertragungsmedien genutzt werden. Mit Glasfaser können Entfernungen von mindestens 10 km überbrückt werden, mit Kupferkabel über 30 m. Mit Einführung der kupferbasierten Übertragung wurde "Fiber Channel" in "Fibre Channel" umbenannt.

Topologien von Fibre Channel

Topologien von Fibre Channel

Fibre-Channel basiert auf Port-Verbindungen und kennt mehrere FC-Dienstklassen. Bei den Port-Verbindungen kann es sich um eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zu einem Port einer Switching-Fabric, dem eines Hubs oder einer Loop handeln. Das bedeutet, dass als Fibre-Channel-Topologie die reine Punkt-zu-Punkt-Verbindung, die sternförmige Topologie mit FC-Switch und die vermittelte Ringtopologie, die Fibre Channel Arbitrated Loop (FC-AL), zur Verfügung stehen.

Fibre-Channel hat sich im High-End-Bereich des Hochgeschwindigkeitstransfers etabliert, es ist weniger für den universellen LAN-Einsatz mit wechselnden Verkehrsprofilen geeignet, sondern ideal für Speichernetze (SAN) und wegen der vorhersagbaren Übertragungszeiten auch für Video-Übertragungen. Der Fibre-Channel wurde vom ANSI Committee X3T11 im Jahre 1994 unter der Norm X.3230 standardisiert. Mit diesem Standard wurde der 100 MB/s schnelle Fibre-Channel als zuverlässige Interconnect-Möglichkeit mit der für Disk-I/O erforderlichen Bandbreite und Durchsatzraten außerhalb der elitären Mainframe-Welt definiert. Die entsprechenden Übertragungsraten liegen bei 1,0625 Gbit/s, 2,125 Gbit/s und 4,25 Gbit/s.

Die Fibre Channel Industry Association (FCIA) hat im Jahre 2000 einen neuen Standardisierungsvorschlag für einen 10 Gbit/s schnellen Fibre-Channel ausgearbeitet: 10GFC, 10 Gigabit Fibre-Channel. Ein weiteres interessantes FC-Konzept ist Fibre Channel over Ethernet (FCoE).

http://www.fibrechannel.org

Informationen zum Artikel
Deutsch: Fibre-Channel
Englisch: fibre channel - FC
Veröffentlicht: 06.03.2015
Wörter: 413
Tags: #Fibre Channel #Storage-Konzepte
Links: 10-Gigabit-Fibre-Channel, ANSI (American national standards institute), Architektur, ATM (asynchronous transfer mode), Bandbreite