Ferritperle

Wie aus der Bezeichnung Ferritperle hervorgeht, handelt es sich um ein kleineres perlenförmiges Bauteil, das aus Ferrit besteht. Ferrit ist eine Mischung aus Eisenoxid, Nickel, Zink- oder Manganoxiden mit einer kristallinen Struktur. Es ist magnetisch leitend und hat je nach Mischung weichmagnetische oder hartmagnetische Eigenschaften mit geringerer oder höherer Permeabilität.


Die Ferritperlen sind perlen- oder zylinderförmig aufgebaut und haben in der Mitte ein oder mehrere Löcher, durch die ein stromführender Leiter geführt wird. Für den sie durchfließenden Strom bildet eine Ferritperle eine Kombination aus Induktivität und Widerstand und damit einen Tiefpass mit ausgeprägtem Dämpfungsverhalten.

Zylinderförmige Ferritperlen, Foto: amidon.de

Zylinderförmige Ferritperlen, Foto: amidon.de

Eingesetzt werden Ferritperlen zur Unterdrückung von HF-Störstrahlungen und für die Entkopplung von Niederspannungsnetzteilen gegen Einstrahlungen. Zu diesem Zweck werden sie über die Leitungen mit den Versorgungsspannungen gestülpt. Dem Tiefpassverhalten entsprechend bilden Ferritperlen für Gleichspannung und niederfrequente Spannungen gar keinen oder einen geringen Widerstand, für Hochfrequenz hingegen steigt der frequenzmäßige Widerstand rapide an.

Ferritperlen 
   eines klassischen Kernspeichers mit Schreib- und Lesedrähte, Foto: ZDV

Ferritperlen eines klassischen Kernspeichers mit Schreib- und Lesedrähte, Foto: ZDV

In der Speichertechnik gab es früher den Begriff des Kernspeichers. Das waren Ferritperlen mit einer stark ausgeprägten rechteckförmigen Hysterese, deren Remanenz der Speicherung der beiden logischen Zustände dienten.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Ferritperle
Englisch: ferrite bead
Veröffentlicht: 13.06.2016
Wörter: 214
Tags: #Passive Bauelemente
Links: Ferrit, HF (Hochfrequenz), Hysterese, Induktivität, Kernspeicher