Ferrit

Ferrite bestehen aus einer Mischung aus Eisenoxyd, Nickel, Zink- oder Manganoxyden und haben eine kristalline Struktur. Aus diesen Materialien werden in einem Sinterprozess Ferritkerne oder Ferritperlen geformt, die in Spulen, Drosseln und Übertragern als magnetisch leitendes Material eingesetzt werden.


Die Hysterese von Ferriten kann über entsprechende Mischungen an die jeweiligen Anwendungen angepasst werden. Je nach Materialien und Mischverhältnis unterscheidet man zwischen weichmagnetischen und hartmagnetischen Ferriten. Weichmagnetische Ferrite haben eine geringe Koerzitivkraft, die bei unter 1 kA/m liegt, dagegen liegt die von hartmagnetischen Ferriten bei 10 kA/m und höher. Weichmagentische Ferrite werden in Spulen, Drosseln und Transformatoren eingesetzt, hartmagnetische in Permanentmagneten in Motoren, Relais und Messwerken.

Ferritperlen, Foto: Mercateo

Ferritperlen, Foto: Mercateo

Elektrisch betrachtet handelt es sich bei Ferritkernen um eine Reihenschaltung aus Induktivität und Widerstand. Eine solche Schaltung entspricht einem Tiefpass und hat ein entsprechendes Frequenz- und Dämpfungsverhalten. Der spezifische Widerstand liegt etwa um die Faktoren 6- bis 10-fach höher als der von anderen magnetischen Werkstoffen.

Rechteckförmige Hysterese einer Ferritperle

Rechteckförmige Hysterese einer Ferritperle

Eingesetzt werden Ferritkerne, die eine hohe Permeabilität haben, die durchaus bei tausend oder zehntausend liegen kann, in Drosseln, Hochfrequenzspulen, Übertragern und Transformatoren aber auch in Netzteilen, HF- und Audio-Equipment, wo sie als Entstördrosseln Spannungsspitzen aus dem Netz oder eingestrahlte Hochfrequenzen unterdrücken. Des Weiteren wurden Ferritperlen als Dämpfungsperlen und in Kernspeichern eingesetzt. Für letztere Anwendung wurden Ferrite mit annähernd rechteckiger Hysterese und hoher Remanenz entwickelt.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Ferrit
Englisch: ferrite
Veröffentlicht: 01.02.2014
Wörter: 234
Tags: #Passive Bauelemente
Links: Drossel, Ferritperle, Hysterese, Induktivität, Kernspeicher