Fenstertechnik

Die Fenstertechnik ist eine Methode der quittungsorientierten Flusskontrolle. Bei dieser Übertragung wird dem Sender eine Fenstergöße mitgeteilt in der dieser Daten senden kann. Das Verfahren wird auch als Credit-Verfahren bezeichnet, weil die empfangende Station der sendenden Station einen Kredit über eine bestimmte Anzahl (Fenstergröße) an Datenblöcken eingeräumt, die er unquittiert senden darf. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt im höheren Datendurchsatz gegenüber dem Einzelblockverfahren (Stop-and-Wait). Die Fenstertechnik wird in verschiedenen Übertragungsprotokollen mit unterschiedlichen Algorithmen eingesetzt.


  1. Beim Transmission Control Protocol (TCP) dient die Fenstergröße - es handelt sich um das 16 Bit lange Datenfeld Window im TCP-Header - der Flusskontrolle zwischen Sender und Empfänger.

    Datenfeld für die Fenstergröße im TCP-Header

    Datenfeld für die Fenstergröße im TCP-Header

    Die im TCP-Protokoll eingesetzte Flusskontrolle nennt sich Sliding Window und basiert auf einer Fenstertechnik, bei der die Frames mit fortlaufender Nummerierung hintereinander übertragen werden, ohne, wie bei Stop-and-Wait, die positive Bestätigung (ACK) abzuwarten. Zu diesem Zweck teilt der Fenstermechanismus mit, wie groß der noch verfügbare Puffer im empfangsseitigen Knoten ist. Durch die Variation der Fenstergröße kann die Anzahl der ohne Empfangsbestätigung übertragenen Datenpakete erhöht werden. Kommt es auf Grund von Überlast zu Paketverlusten, dann senkt die Überlastkontrolle die Datenübertragungsrate durch Verkleinerung der Fenstergröße.

    Die Sliding-Window-Technik ist eine quittungsorientierte Flusskontrolle, die empfangsseitige Bestätigung erfolgt allerdings erst nach Übertragung einer bestimmten Anzahl an Datenpaketen.

  2. Bei der Datenpaketübertragung nach X.25 ist eine der primären Aufgaben der Sicherungsschicht, die Nutzdaten folgerichtig und vollständig an die Vermittlungsschicht zu übertragen. Hierzu wird eine Flusskontrolle mit Quittungsmechanismus benutzt, der auf den Sende- und Empfangsnummern basiert. Die Zähler für diesen Mechanismus arbeiten entweder nach dem Modulo-8- oder Modulo-128-Verfahren, wobei jedem Datenblock eine eindeutige Sende- und Empfangsnummer zugeordnet ist. Um Mehrdeutigkeiten bei der Nummerierung der Datenblöcke zu verhindern, muss die Anzahl der Datenblöcke kleiner sein als die durch die Modulo-Zählweise mögliche Zahl. Die maximale Anzahl an unbestätigt ausstehenden Datenblöcken wird Fenstergröße genannt und muss größer Null sein und kleiner als die Modulo-Zahl. Bei Modulo 8 liegt sie bei 7, und bei Modulo 128 bei 127. Darüber hinaus sind kleinere Fenstergrößen möglich.

    Kleine Fenstergrößen sind besonders für zeitkritische Anwendungen geeignet, weil sie einen schnellen Überblick über den Stand und den Fortgang der Datenübertragung geben. Bei der kleinstmöglichen Fenstergröße von 1 wird jeder einwandfrei empfangene Datenblock dem korrespondierenden System bestätigt. Hohe Fenstergrößen hingegen ermöglichen einen höheren Datendurchsatz bei der Übertragung großer Datenmengen, weil die Rechenzeit für die Bestätigungsprozeduren geringer werden.

  3. Bei ISDN benutzt man beim DSS1-Protokoll eine Fenstergröße von 1 und für X.25 eine von 3. Bei Modulo 8 liegt sie bei 7, und bei Modulo 128 bei 127. Darüber hinaus sind kleinere Fenstergrößen möglich.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Fenstertechnik
Englisch: window technique
Veröffentlicht: 21.11.2016
Wörter: 467
Tags: #Weitverkehrsnetze
Links: Algorithmus, Bit (binary digit), Credit-Verfahren, Daten, Datenblock