Fast-Packet-Switching

Beim Fast-Packet-Switching (FPS), einem Verfahren der schnellen Datenpaketvermittlung, unterscheidet man zwischen den Verfahren Frame-Relay (FR) und Cell-Relay (CR). Frame-Relay ist ein Standard für ein verbindungsorientiertes Protokoll zwischen einer Datenendeinrichtung und einer Datenkommunikationseinrichtung und soll X.25 ablösen.


Die Frame-Relay-Technik

Die Frame-Relay-Technik ist durch internationalen Standard (ITU/ANSI) festgelegt. Frame-Relay führt zu einer synchronen Übertragungstechnik. Frame-Relay-Pakete enthalten die Adressierung der Sicherungsschicht und sind von variabler Länge.

Fast Packet Switching mit fester 
   und variabler Bitrate

Fast Packet Switching mit fester und variabler Bitrate

Frame-Relay ist geeignet für die Fernkopplung unternehmenseigener LANs im Mbit/s-Bereich und stellt eine Standardarchitektur unter Verwendung offener Vermittlungsdienste dar. Frame-Relay ist z.B. dazu geeignet, die B-Kanäle und den D-Kanal von ISDN zu nutzen, aber auch T1- und E1-Leitungen. Es werden auf diesen Systemen festgeschaltete virtuelle Verbindungen ( Permanent Virtual Circuits) vorausgesetzt.

Die Cell-Relay-Technik

Vergleich von Frame Relay und Cell Relay

Vergleich von Frame Relay und Cell Relay

Cell-Relay ist durch einen Datenblock fester Länge gekennzeichnet. Dieser Datenblock ist der Bitübertragungsschicht zuzuordnen. Vor der Übertragung wird eine Nachricht in kleine Slots (z.B. 53 Byte) zerlegt und am Ziel wieder zusammengesetzt. Die feste Framelänge ist ideal für eine Implementierung in Hardware und vermeidet die Probleme, die bei der Mischung unterschiedlich langer Pakete aus einem Übertragungsmedium entstehen. Man kann Standard-Geschwindigkeitsstufen definieren, man denkt über Bereiche bis zu 622 Mbit/s nach. Cell-Relay impliziert eine zweiteilige Implementierung mit einer Hardwareseite, die die Paketübertragung übernimmt, und einer Softwareseite für Verbindungsaufbau und -abbau, logischer Verbindung, Routing und Kostenberechnung.

Unterschiede von Paketvermittlungstechniken

Der hauptsächliche architektonische Unterschied zwischen traditionellen paketvermittelnden Datennetzen und FPS-Netzen liegt in der Implementierung einer virtuellen Verbindung im Hinblick auf das OSI-Referenzmodell.

Virtuelle Verbindungen in Datenpaketnetzen

Virtuelle Verbindungen in Datenpaketnetzen

Die mit klassischen Datenpaketvermittlungs-Techniken erzielbaren, insgesamt geringen Übertragungsgeschwindigkeiten hängen weniger mit den verwendeten technischen Übertragungsmedien und Übertragungssystemen zusammen, als vielmehr mit der umständlichen Rechnerei in der Datenpaketvermittlung (PSE). Dies wird bei Fast-Packet-Switching vermieden, da dieses üblicherweise in den Zwischenknoten keinerlei Fehlerkontrolle und Flusskontrolle im Sinne alter Netze durchführt.

Bei FPS-Netzen ist die Sicherungsschicht unterteilt, und zwar in die Fast Packet Relay Sublayer (FPR), die Fast Packet Adaption Sublayer (FPA) und die Data Link Control Sublayer. Die FPR ist in der Lage, eine Ende-zu-Ende-Verbindung in den Zwischensystemen ohne umfangreiche Berechnung des Routing in dem Network-Layer zu unterstützen.

Das Grundprinzip der schnellen Datenpaketvermittlung ist nicht nur in öffentlichen Fernnetzen, sondern auch in privaten Fern- und Backbone-Netzen und in MAN einzusetzen.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Fast-Packet-Switching
Englisch: fast packet switching - FPS
Veröffentlicht: 25.01.2017
Wörter: 396
Tags: #Weitverkehrsnetze
Links: Adressierung, Anpassung, Bitübertragungsschicht, B-Kanal, Byte