FC-Schichtenmodell

Der Fibre Channel baut auf einem fünfschichtigen Schichtenmodell auf. Diese fünf Schichten werden mit FC-0, FC-1, FC-2, FC-3 und FC-4 bezeichnet und unterstützen bestimmte Übertragungsfunktionen und Dienstmerkmale für die Übertragung. Das FC-Schichtenmodell ist in gewisser Weise vergleichbar mit dem OSI-Referenzmodell.


Die unterste Schicht Fibre Channel 0, (FC-0) ist die physikalische Schicht, in der die physikalische Verbindung, die FC-Übertragungsmedien mit ihren Parametern und Anschlüssen sowie die Datenraten spezifiziert sind. Diese liegen bei 133 Mbit/s, 266 Mbit/s, 531 Mbit/s und 1,0625 Gbit/s mit Nutzlassten von 12,5 MB/s, 25 MB/s, 50 MB/s und 100 MB/s. Als Übertragungsmedien sind Lichtwellenleiter, Koaxialkabel und STP-Kabel spezifiziert, als Treiber LEDs, Laser und die ECL-Technologie.

Auf der Ebene Fibre Channel 1, (FC-1) erfolgt die Codierung und Decodierung der zu übertragenden Signale. Fibre-Channel verwendet die 8B/10B-Codierung zur Verbesserung der Übertragungseigenschaften.

Flusskontrolle bei Fibre Channel

Flusskontrolle bei Fibre Channel

Fibre-Channel ist für die Hochgeschwindigkeitsübertragung großer Datenmengen konzipiert, was sich in der Länge des FC-Datenrahmens ausdrückt, welcher bei variabler Länge 2 KByte und größer sein kann.

Auf der Schicht Fibre Channel 2, (FC-2) findet die Flusskontrolle statt, die nach mit dem Credit-Verfahren arbeitet und zwei Mechanismen kennt: die Buffer-to-Buffer-Flusskontrolle (BB_Buffer) für die Links und die Ende-zu-Ende-Flusskontrolle zwischen zwei Endgeräten.

Dienstmerkmale der verschiedenen FC-Service-Klassen

Dienstmerkmale der verschiedenen FC-Service-Klassen

Um eine möglichst effiziente Datenübertragung für die unterschiedlichen Verkehrsarten zu gewährleisten, unterscheidet Fibre-Channel mehrere FC-Dienstklassen. Diese werden in der Schicht FC-2 durch die Steuerung der Datensequenzen realisiert. Bei diesen Dienstklassen handelt es sich um bestätigte und unbestätigte verbindungslose Services.

Die Ebene Fibre Channel 3, (FC-3) unterstützt Services wie Multicast-Sendungen, bei denen eine Information an viele Empfänger gesendet wird, und Striping, bei dem die Bandbreite durch Parallelschaltung von Ports erhöht wird.

Schichtenmodell von Fibre Channel

Schichtenmodell von Fibre Channel

In der nächst höheren FC-Schicht, Fibre Channel 4, (FC-4), werden die Application-Interfaces definiert und die Adaption der höheren Protokolle auf Fibre Channel vorgenommen. Auf dieser Ebene setzen die bekannten Zugangsmechanismen von lokalen Netzen auf, so, dass Fibre-Channel auch für den Einsatz in LANs verwendet werden kann. Neben Netzwerkprotokollen wie dem IP-Protokoll unterstützt diese Schicht auch Bus-Protokolle, wie Small Computer System Interface (SCSI). Über das physikalische Interface können gleichzeitig unterschiedliche Datenformate transportiert werden. So von SCSI, Intelligent Peripheral Interface (IPI), High Performance Parallel Interface (HIPPI), AAL5, im Single Byte Command Code Set (SBCCS) und IEEE 802.2.

Oberhalb von FC-4 sind die Upper Layer Protocols (ULP) angesiedelt. Diese anwendungsorientierten Protokolle bestimmen ob ein FC-Netz als IP-Netz oder als Speichernetz (SAN) arbeitet.

Informationen zum Artikel
Deutsch: FC-Schichtenmodell
Englisch: fibre channel reference model
Veröffentlicht: 02.10.2013
Wörter: 414
Tags: #Fibre Channel
Links: Anpassung, Anschluss, Bandbreite, BB_Buffer (buffer to buffer flow control), Codierung