Entscheidungstabelle

Entscheidungstabellen definieren ein formales Verfahren zur kompakten Verknüpfung von Aktionen mit ihren Vorbedingungen. Die Methodik wurde bereits 1957 von der General Electric Company in den USA im Rahmen eines Materialflussprojektes entwickelt und ist heute nach der DIN 66241 genormt. Die Technik findet Anwendung überall dort, wo rein verbale Beschreibungen eines Systems zu ungenau, oftmals unvollständig und mehrdeutig sowie nicht immer widerspruchsfrei sind. So werden Entscheidungstabellen bei der Modellbildung und Simulation, beim Design von Software-Systemen oder im Zusammenhang mit speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) eingesetzt.


Die Grundidee besteht darin jede Aktion bzw. Abfolge von Aktionen als das Ergebnis einer aufgrund bestimmter Bedingungen getroffenen Entscheidung anzusehen. Das Systemverhalten wird so durch eine Menge von Wenn-Dann-Relationen - sogenannter Entscheidungsregeln - beschrieben. Jede Entscheidungsregel gibt an, welche Bedingung - welche Konjunktion von Bedingungen - erfüllt sein muss, um eine genau definierte Aktion respektive eine Folge von Aktionen auszulösen.

Die Struktur von Entscheidungstabellen

Grundstruktur der Entscheidungstabelle

Grundstruktur der Entscheidungstabelle

Die Struktur einer Entscheidungstabelle besteht in der Grundform aus vier Quadranten. Der Bedingungsteil einer Entscheidungstabelle beschreibt sämtliche Bedingungen, die für eine Entscheidung wesentlich sind. Der Aktionsteil beschreibt alle Operationen, die unter den verschiedenen Bedingungen ausgeführt werden sollen. Der rechte Teil einer Entscheidungstabelle besteht aus einer Reihe von Spalten, die Regeln genannt werden. Jede Regel wiederum besteht aus einem Bedingungsanzeigerteil, durch den die jeweilige Bedingungskonstellation eines Falles (Konjunktion der markierten Bedingungen) beschrieben wird und einem Aktionsanzeigerteil, der festlegt, welche Aktionen durchgeführt werden sollen. Die begrenzte Entscheidungstabelle stellt die Grundform einer Entscheidungstabelle dar. Der Begriff bezieht sich darauf, dass als Bedingungszeiger nur die Symbole "J", "N", sowie als Aktionsanzeiger nur die Symbole "X" und "-" (als Irrelevanzanzeiger) zugelassen sind. Dies wird als begrenzte Symbolik bezeichnet.

Beispiel für eine Entscheidungstabelle, Screenshot: orghandbuch.de

Beispiel für eine Entscheidungstabelle, Screenshot: orghandbuch.de

Aus dieser Grundform kann die erweiterte Entscheidungstabelle abgeleitet werden. Bei dieser Darstellungsart kann die Anzahl der Anzeigerformen dadurch erhöht werden, dass Teile der Bedingungen oder Aktionen selbst in den Anzeigerteil einbezogen werden, was der erweiterten Symbolik entspricht. Die zur Aktionsauslösung herangezogenen Bedingungen können dann meist mehr als zwei Zustände einnehmen.

Werden begrenzte und erweiterte Symbolik für die Anzeigerformen in einer Entscheidungstabelle gemeinsam verwendet, so spricht man von einer gemischten Entscheidungstabelle.

Die Leistung dieser Methodik liegt in der Verdeutlichung von Redundanzen und Widersprüchen bei der Systemanalyse sowie beim Prüfen auf Vollständigkeit bei zu treffenden Entscheidungen. Die Entscheidungstabelle ist vollständig, sofern alle möglichen Bedingungskombinationen berücksichtigt werden. Ein Widerspruch liegt immer dann vor, wenn bei verschiedenen Regeln gleiche Bedingungskombinationen auftreten, aber unterschiedliche Aktionen durchzuführen sind.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Entscheidungstabelle
Englisch: decision table - DT
Veröffentlicht: 07.11.2013
Wörter: 421
Tags: #Grundlagen der Informationstechnik
Links: DIN (Deutsches Institut für Normung e.V.), join, Konjunktion, Leistung, Operation