Echtzeitanwendung

Echtzeit-Operationen sind zeitkritische Anwendungen. Generell spricht man dann von Echtzeitverhalten wenn die ausgelöste Operation nur eine bekannte Verzögerung aufweist, die im Allgemeinen so kurz ist, dass sie weder die Anwendung noch das menschliche Empfinden beeinträchtigt.


Echtzeitanwendungen findet man vorwiegend in der Prozessautomatisierung, aber auch in der Daten- und Telekommunikation. Hier geht es darum, die Verzögerungen bei der Übertragung sehr gering zu halten, damit die Kommunikation nicht beeinträchtigt wird. Wann und wie das Empfinden beeinträchtigt wird, liegt im Wesentlichen an den übertragenen Diensten: ob Telefonie oder Video-Übertragung, Dateitransfer oder HiFi. Besonders kritisch reagieren Bewegtbildübertragungen auf solche Verzögerungen, aber auch Anwendungen, bei denen es auf Bruchteile von Sekunden ankommt.

Da Übertragungsnetze Laufzeiten und Latenzzeiten haben, sind Echtzeitanwendungen besonders kritisch und können nur in einigen Netzkonstellationen über die Dienstgüte garantiert werden. Die gilt im Besonderen für IP-Netze. Für IP-Dienste wie Internetfernsehen (IPTV), Voice over IP (VoIP), Video over IP, Live-Streaming oder Multimedia over IP (MoIP) können nur über die Quality of Service (QoS) Prioritätsmechanismen geringste Verzögerungszeiten garantiert werden.

Ein interessanter Ansatz für die Mobilkommunikation ist New Radio (NR), ein Mobilkommunikationsdienst der 5. Generation (5G NR), in dem eine Latenzzeit von 1 ms spezifiziert ist.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Echtzeitanwendung
Englisch: realtime application
Veröffentlicht: 02.03.2018
Wörter: 208
Tags: #Telekommunikation
Links: 5. Generation, Dienst, FT (file transfer), Halten, HiFi (high fidelity)