Dipolantenne

Die Dipolantenne ist eine Drahtantenne für terrestrische HF-Signale, die die elektrische Komponente des elektrischen Feldes umsetzt. Sie ist als abgeflachtes Rechteck ausgeführt und bildet einen offenen Schwingkreis, der auf die Empfangsfrequenz abgestimmt ist.


Die einfache Dipolantenne besteht aus einem gestreckten Leitungsstück mit definierter Länge, das in der Mitte, wo sich die Anschlüsse befinden, geteilt ist. Die Länge des Dipols entspricht der halben Wellenlänge Lambda/2, deswegen auch die Bezeichnung Halbwellendipol. Neben dieser Bauform gibt es noch den Schleifendipol, bei dem die Enden des gestreckten Dipols miteinander verbunden sind. Der Schleifen- oder Faltdipol weist etwa den vierfachen Strahlungswiderstand des einfachen, gestreckten Dipols auf und liegt bei etwa 240 Ohm bis 280 Ohm. Weitere Bauformen des offenen Dipols sind die in einem bestimmten Winkel gespreizten Leitungsstücke.

Bauformen von Dipolen: Gestreckte Dipole, Schleifendipol und Doppelschleifendipol

Bauformen von Dipolen: Gestreckte Dipole, Schleifendipol und Doppelschleifendipol

Diese Dipole heißen wegen der V-ähnlichen Winkelung Inverted Vee und können mit 90° und 120° Spreizwinkel gewinkelt sein. Darüber hinaus sind noch der Doppelschleifendipol zu nennen, dessen Strahlungswiderstand zwischen 500 Ohm und 2 Kilo-Ohm liegt, und der Runddipol.

Dipol mit Reflektor und Direktor

Dipol mit Reflektor und Direktor

Die Empfangs- und Abstrahlcharakteristik liegt senkrecht zur Dipolebene. Je nach Polarisationsebene gibt es Dipole, die für die vertikale Abstrahlebene konstruiert sind, die Vertikal-Dipole, andere, die Horizontal-Dipole sind für die horizontale Ebene konstruiert. Wichtige Parameter sind die Antennenimpedanz resp. der Fußpunktwiderstand und der Antennengewinn, der bei 1,6 liegt. Die Bandbreite des Dipols wird durch das Verhältnis von Länge zu Durchmesser bestimmt.

Halbwellen-Dipol für 300 MHz bis 1 GHz, Foto: Schwarzbeck

Halbwellen-Dipol für 300 MHz bis 1 GHz, Foto: Schwarzbeck

Neben der Flachbauweise, die in Yagi-Antennen eingesetzt wird, gibt es den Runddipol, der eine gleichmäßige Empfangscharakteristik in alle Richtungen hat. Runddipole oder Ringdipole werden vorwiegend für den Empfang von UKW-Rundfunk eingesetzt, da der Runddipol UKW-Sender aus alle möglichen Richtungen empfangen muss. Der Frequenzbereich für den UKW-Rundfunk liegt zwischen 87,5 MHz und 108 MHz, das bedeutet, dass der Runddipol, abgestimmt auf die mittlere Wellenlänge von 100 MHz einen Durchmesser von etwa 50 cm haben muss.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Dipolantenne
Englisch: dipole antenna
Veröffentlicht: 13.06.2016
Wörter: 327
Tags: #Antennen
Links: Abstrahlcharakteristik, Anschluss, Antennengewinn, Antennenimpedanz, Bandbreite