Datenbankmodell

Ein Datenbankmodell ist eine Zusammenführung von Konzepten zur Beschreibung der Struktur einer Datenbank. Dabei wird die Informationsstruktur einer Anwendung erfasst - nicht die Information (die Daten) selbst. Die Struktur einer Datenbank integriert die Datentypen, Bedingungen und Beziehungen zur Beschreibung sowie Speicherung der Daten. Datenbankmodelle formulieren ebenfalls die generischen Dienste von Datenbanken. Grundlegende Anforderungen an ein Datenbankmodell sind die Unterstützung der Persistenz, der Quantität, der Reaktivität und der Integrität.


Datenbanksysteme auf Basis von Datenmodellen und Datenbankmodellen

Datenbanksysteme können auf verschiedenen Datenmodellen bzw. Datenbankmodellen basieren. Ein Datenmodell ist eine Ansammlung von Konzepten und Regeln zur Beschreibung der Struktur einer Datenbank und realisiert damit einen Rahmen, nach welchem Informationen gespeichert werden. Datenbankmodelle gehören in die Kategorie der Informatikmodelle und werden auch als konkrete Modelle oder als Implementierungsmodelle bezeichnet. Datenbankmodelle sind sehr allgemein einsetzbar und somit nicht auf raumbezogene Aufgabenstellungen beschränkt.

Datenbankmodelle sind abhängig vom Datenbankmanagementsystem, über welches auch die generischen Dienste zur Verfügung gestellt werden: Das Anlegen von Datenbanken, die Speicherung, Änderung und Löschung von Daten, das Abfragen der Datenbank und eine Verwaltung von Benutzern, Zugriffen und Zugriffsrechten.

Die Semantik von Datenbankmodellen

Somit beschreibt ein Datenbankmodell auch die Semantik von Deklarationen und Ausdrücken der Datenbanksprache und entspricht damit einem abstrakten Modell der statischen und dynamischen Semantik einer Programmiersprache.

Wesentliche charakteristische Merkmale eines Datenbankmodells sind:

Persistenz. Was die Persistenz betrifft, so wird durch die Datenbank ein Informationsbestand verwaltet, der unabhängig von der Lebensdauer einer individuellen Aktivität z.B. durch einen Geschäftsprozess ist.

Quantität. Durch die Datenbank wird ein umfangreicher Informationsbestand verwaltet, der jedoch nur zum Zeitpunkt des Entwurfs der Datenbank fixiert werden kann. Über die gesamte Lebensdauer einer Datenbank variiert der Informationsbestand dynamisch.

Reaktivität. Durch die Einbindung einer Anwendung in einen informationsverarbeitenden Prozess z.B. Geschäftsprozess ist eine Datenbank gleichfalls in eine Umgebung eingebunden. Die Datenbank aktualisiert ihren Informationsbestand unmittelbar nach Eintreffen einer Information, antwortet auf explizite Anfragen und löst autark notwendige Aktivitäten aus.

Integrität. Die Integritätsbedingungen werden in jedem Fall gewahrt. Dabei können sich diese sowohl auf den persistenten Informationsbestand der Datenbank beziehen als auch auf ein- und ausgehende Informationen.

Datenbankmodelle mit charakteristisch gemeinsamen Eigenschaften verwandter Datenbankmodelle werden zu Datenbankmodellfamilien zusammengefasst - ein Beispiel sind die relationalen Datenbankmodelle.

Ein grundlegendes Modell ist das Entity-Relationship-Modell (auch: ER-Modell oder ERM). Aus diesem bekanntesten grafischen Hilfsmittel für den Entwurf von Datenbanken, lassen sich weitere bekannte Modelle wie das relationale, das hierarchische und das Netzwerk-Modell ableiten. Das ER-Modell wird aber auch in anderen Bereichen der Informatik zur Modellierung von realen Ausschnitten eingesetzt. Es unterliegt weder der Abhängigkeit von einem Datenmodell noch den Beschränkungen eines bestimmten Datenmodells, die sich durch deren Implementierung ergeben.

Wesentliche Datenbankmodelle sind: Hierarchisches Datenbankmodell, Netzwerkdatenbankmodell, Relationales Datenbankmodell, Objektorientiertes Datenbankmodell und Objektrelationales Datenbankmodell.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Datenbankmodell
Englisch: database model
Veröffentlicht: 01.11.2013
Wörter: 466
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