DWDM (dense wavelength division multiplexing)

Dense Wavelength Division Multiplexing (DWDM) ist ein optisches Wellenlängenmultiplex mit der enormen Leistungsfähigkeit von mehreren Tbit/s, das im ITU-Standard G.694.1 standardisiert ist.


Bei der DWDM-Technik wird der Wellenlängenbereich zwischen 1.260 nm und 1.675 nm für die Übertragung im Weitverkehrsbereich benutzt, der in drei Wellenlängenbänder, dem S-Band, C-Band und L-Band unterteilt ist.

Wellenlängenraster bei DWDM

Wellenlängenraster bei DWDM

Als Grundwellenlänge wird die Wellenlänge des optischen Fensters bei 1.550 nm verwendet, auf die bis zu 160 unterschiedliche Wellenlängen symmetrisch aufmoduliert werden. Diese werden dann über eine Glasfaser übertragen und empfangsseitig durch optische Filter wieder voneinander getrennt.

Kanalabstände bei der DWDM-Technik

DWDM-System mit optischem Verstärker

DWDM-System mit optischem Verstärker

Die Kanalabstände betragen 0,8 nm. Der 0,8-nm-Abstand entspricht einem 100-GHz-Spacing zwischen zwei Kanälen und wird als ITU-Grid bezeichnet. Weitere standardisierte Kanalabstände betragen 50 GHz, 25 GHz und 12,5 GHz, was Wellenlängenabständen von 0,4 nm, 0,2 nm oder 0,1 nm entspricht. Marktgängig sind derzeit Systeme mit 16 bis 64 Kanälen. Für die Reichweite hat die internationale Fernmeldeunion (ITU) für optische SDH-Schnittstellen Entfernungen von 80 km, 120 km und 160 km spezifiziert, bekannt als Long Haul (LH), Very Long Haul (VLH) und Ultra Long Haul (ULH).

Die Voraussetzungen für die DWDM-Technik wurden durch die moderne Halbleitertechnologie geschaffen, die Distributed Feedback Laser (DFB) mit einer geringen spektralen Bandbreite zur Verfügung stellt, damit mehrere Übertragungskanäle in einem optischen Fenster realisiert werden können. Darüber hinaus ermöglicht die Kopplertechnik deutlich geringere Kanalabstände, weil sie steile Filterkurven und hohe Sperrdämpfungen aufweist. Gleiches gilt für Optical Amplifier (OA) und Faserverstärker, wie dem Erbium Doped Fiber Amplifier (EDFA).

Anwendungen der DWDM-Technik

In der praktischen Anwendung kann die DWDM-Technik unidirektional oder bidirektional arbeiten, also nur in einer Richtung oder auch in beiden Richtungen. Es können bis zu vierzig OC-48-Signale mit 2,488 Gbit/s gleichzeitig über eine Glasfaser übertragen werden, was einer Übertragungsgeschwindigkeit von 100 Gbit/s entspricht. Dabei kann die DWDM-Technik unidirektional oder bidirektional arbeiten, also nur in einer Richtung oder auch in beiden Richtungen. Im Rahmen von 10-Gigabit-Ethernet werden Übertragungsraten von 1 Tbit/s realistisch, wenn man davon ausgeht, dass man 80 Kanäle mit jeweils 10 Gbit/s überträgt.

Informationen zum Artikel
Deutsch: DWDM-Technik
Englisch: dense wavelength division multiplexing - DWDM
Veröffentlicht: 17.03.2018
Wörter: 359
Tags: #Strukturen von optischen Netzen
Links: 10-Gigabit-Ethernet, Bandbreite, Bidirektional, C-Band, DFB-Laser