DVA (distance vector algorithm)

Der Distance-Vector-Algorithmus (DVA) ist ein Routing-Algorithmus, der für das Routing in Mesh-Netzen eingesetzt wird und den kürzesten Weg mit der geringsten Anzahl von Hops durch das Netzwerk festlegt. Als Metrik wird die Entfernung zugrunde gelegt, in der Regel nach der Anzahl der Hops gemessen. Bandbreite oder Verzögerung wären als Metrik theoretisch auch möglich, sind aber praktisch kaum implementiert. Dabei werden grundsätzlich alle Router als gleichwertig betrachtet und nicht hinsichtlich ihrer Position im Gesamtnetzwerk unterschieden.


Die zugrunde gelegte Router-Topologie hat eine völlig flache Struktur. Der Distance-Vector-Algorithmus, auch nach dem Entwickler eines solchen Verfahrens Bellman-Ford-Algorithmus genannt, benutzt eine verteilte Berechnung, wobei jeder Router bei einer bemerkten Änderung und/oder in Intervallen seine komplette Routingtabelle an alle anderen Router sendet.

Da bei Inbetriebnahme eines solchen Netzes oder bei Einfügen eines Routers dieser seine direkten Nachbarn nicht kennt, ist er auf die Informationen der Nachbar-Router angewiesen. Anhand der Angaben über die Links und die Hops oder Kosten kann der Router seine Routingtabelle aufbauen. Typische DVA-Protokolle sind das bekannte Routing Information Protocol (RIP), Gateway to Gateway Protocol (GGP), Interior Gateway Protocol (IGRP) und Enhanced Interior Gateway Protocol (EIGRP).

Informationen zum Artikel
Deutsch: Distance-Vector-Algorithmus
Englisch: distance vector algorithm - DVA
Veröffentlicht: 15.11.2015
Wörter: 193
Tags: #Routing-Prozeduren
Links: Bandbreite, Bellman-Ford-Algorithmus, Einfügen, GGP (gateway to gateway protocol), Hop