DAB (digital audio broadcast)

Digital Audio Broadcast (DAB) ist Digital-Rundfunk für stationäre und mobile Empfangseinrichtungen. Es wurde in den 80er Jahren im Rahmen von EUREKA entwickelt und vom European Telecommunications Standards Institute (ETSI) und der internationalen Fernmeldeunion (ITU) standardisiert.


Die digitale Rundfunkübertragung zeichnet sich gegenüber der analogen Übertragung durch eine gleichbleibend hohe Audioqualität aus, die CD-Qualität entspricht. Außerdem sind Zusatzinformationen leichter in das digitale Audiosignal integrierbar und es hat eine bessere Frequenzökonomie als die analoge Übertragung. Die Sendeleistung sind bei digitaler Übertragung geringer, zudem werden weniger Sender benötigt.

Kennwerte und Charakteristika von DAB

Digital Audio Broadcast benutzt das Musicam-Verfahren zur Audiokompression, das auf MPEG-1-Audio Layer-2 (MP2) basiert. Die Nutzdatenraten für die Audiosignale liegen zwischen 1,2 Mbit/s und 1,5 Mbit/s und reichen aus um 6 Audiokanäle mit hoher Qualität zu übertragen, wobei die Datenraten für einen Stereo- oder Surroundkanal bis zu 384 kbit/s betragen können.

Frequenzbereiche 
   und Bandbreiten der verschiedenen analogen und digitalen Rundfunksysteme

Frequenzbereiche und Bandbreiten der verschiedenen analogen und digitalen Rundfunksysteme

Seit 1999 wird DAB als regulärer Dienst, vorerst parallel zu UKW, über ein Gleichwellennetz abgestrahlt. Empfangen wird es mit DAB- oder Digitalradios. Die Vorteile des Digitalrundfunks gegenüber UKW liegen in der hohen Empfangsqualität - auch beim mobilen Empfang - und in einer um den Faktor 3 höheren Frequenzökonomie. Diese wird ebenso wie die Skalierbarkeit der Datenströme durch die verwendeten Codierungs- und der Modulationsverfahren erzielt.

DAB kann theoretisch auf allen VHF- und UHF-Frequenzen zwischen 30 MHz und 3 GHz übertragen werden. International hat die World Administrative Radio Conference (WARC) den Frequenzbereich von 1,452 GHz bis 1,492 GHz im L-Band reserviert. Diese Frequenzen können sowohl für die terrestrische Übertragung, T-DAB, als auch für die Satellitenübertragung, S-DAB, verwendet werden; sind aber nicht bindend. So werden in Deutschland für T-DAB die Band-III-Frequenzen zwischen 174 MHz und 239 MHz benutzt; darüber hinaus wird in Ballungsgebieten im L-Band gesendet. Für die Satellitenübertragung gibt es das in Europa standardisierte Eureka 147 DAB.

Datenstrom im DAB

DAB-Signalerzeugung

DAB-Signalerzeugung

Bei DAB werden die Audiodaten und die Datendienste im Main Service Channel (MSC) zu einem Datenstrom gemultiplext. Anschließend wird der gemultiplexte Datenstrom mit den Service-Informationen vom Fast Information Channel (FIC) im Transmission-Multiplexer gemultiplext und danach mit Orthogonal Frequency Division Multiplex (OFDM) bzw. Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex (COFDM) moduliert. Dieser Datenstrom wird vom Sender abgestrahlt. Ein DAB-Kanal hat eine Bandbreite von 1,536 MHz. Die Kanalcodierung mittels Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex (COFDM) nutzt je nach Modus 192, 384, 768 oder 1.536 Trägerfrequenzen, die mittels Differential Quaternary Phase Shift Keying (DQPSK) moduliert werden. Im Modus mit 1.536 Trägern ist auch bei höchsten Bewegungsgeschwindigkeiten bis 240 km/h ein einwandfreier Empfang möglich. Bei 384 Trägersignalen und einem Kanalabstand von 4 kHz kann die Bewegungsgeschwindigkeit noch 120 km/h betragen.

Soundvarianten in DAB

DAB-Radio, Foto: whatmobile.net

DAB-Radio, Foto: whatmobile.net

Neben der Übertragung von Mono und Stereo unterstützt der DAB-Datenstrom mit DAB-Surround auch den Surroundklang. Das Verfahren für den Raumklang basiert auf MPEG-Surround und ist rückwärtskompatibel zu vorhandenen DAB-Empfängern. Konzeptionell werden im DAB-Datenstrom neben der reinen Audio-Übertragung auch programmbegleitende andere Daten übertragen: Program Associated Data ( PAD) und Non-Program Associated Data (NPAD). Bei den letztgenannten Diensten kann es sich um Verkehrsinformationen, IP-basierte Dienste oder Radiotext (RDS) handeln.

Mit DAB+ gibt es eine verbesserte Variante zu DAB, die dank der erhöhten Sendeleistung, neuer Kompressionsverfahren und Übertragungstechniken wesentlich effizienter arbeitet, da sie in dem beengten Frequenzband mehr Programme übertragen kann. In den USA wird DAB nicht benutzt, das entsprechende Konkurrenzverfahren heißt HD-Radio.

http://www.worlddab.org

Informationen zum Artikel
Deutsch: Digitaler Hörfunk
Englisch: digital audio broadcast - DAB
Veröffentlicht: 28.03.2019
Wörter: 578
Tags: #Rundfunk #Übertragungstechniken der Nachrichtentechnik
Links: Analog, Audio, Audiokompression, Bandbreite, Broadcasting