Braille-Terminal

Damit stark sehbehinderte und blinde Personen mit dem Computer arbeiten können, sind solche Terminals mit Vorrichtungen ausgestattet, die es diesen Personengruppen erlaubt den Bildschirminhalt auf ihre Weise zu erfassen, nämlich taktil über die Blindenschrift oder Braille-Schrift. Entsprechende Blindenterminals werden nach dem Entwickler der Blindenschrift als Braille-Terminals bezeichnet.


Braile-Terminals sind elektromechanische Terminals, die Braille-Zeichen zeilenweise darstellen können, nämlich in Braille-Zeilen. Die Braillezeichen werden durch erhabene Punktmatrizen aus 6 Punkten dargestellt, die in drei Reihen mit jeweils zwei Punkten angeordnet sind. Zur Kennzeichnung eines solchen Zeichens werden kleine Stifte durch Löcher angehoben oder abgesenkt, damit der Sehbehinderte diese mit den Fingerspitzen abtasten kann. Eine Braille-Zeile besteht normalerweise aus 40 oder 80 Braille-Zeichen. Die Mechanik zum Anheben oder Absenken der Stifte arbeitet motorgesteuert oder nach dem Piezoeffekt, bei dem bei Anlegen einer Spannung an einen Kristall, sich dieser verbiegt.

Braille-Zeile, 
   Foto: badische-zeitung.de

Braille-Zeile, Foto: badische-zeitung.de

Die Bildschirmdarstellung wird von einer speziellen Bildschirmlesesoftware, einem Screenreader, erfasst und umgesetzt. Neben der taktilen Ausgabe können Screenreader die Bildschirmdarstellung auch akustisch als Sprache ausgeben.

Eine Weiterentwicklung der Braille-Zeile ist das Braille-Tablet, das mit mikrofluidischen Bläschen arbeitet und eine ganze Textseite in Braille-Schrift darstellen kann.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Braille-Terminal
Englisch: Braille terminal
Veröffentlicht: 17.01.2016
Wörter: 190
Tags: #Displays
Links: Braille-Tablet, Computer, Piezoeffekt, Screenreader, U (Spannung)