Backhaul

In Kommunikationsnetzen versteht man unter einem Backhaul eine Transportverbindung zwischen verteilten und zentralen Netzknoten, typischerweise zwischen Zugangsnetzen und Kernnetzen oder zwischen Access Points (AP) und Vermittlungsstellen.


Bei Mobilfunknetzen bedeutet das die Anbindung der Basisstationen (BS) an den Base Station Controller (BCS). Bei Small-Cell-Konzepten sorgt das Backhaul für die Anbindung der Small Cells an das Kernnetz, das Internet oder andere Services. Und in der Satellitenkommunikation sorgt das Backhaul für die Verbindung zu dem Punkt von dem aus die Daten im Uplink zum Satelliten übertragen werden.

Der Begriff Backhaul sagt lediglich aus, dass es eine Anbindung der verteilten Knoten an die zentralen Knoten gibt; er sagt nichts darüber aus, wie, über welches Übertragungsmedium und mit welchem Protokoll diese Transportverbindung realisiert ist. Diese kann als Funkverbindung mit Richtfunk arbeiten, sie kann drahtgebunden sein und über Lichtwellenleiter realisiert werden, sie kann als Mobile Backhaul aufgebaut sein, ebenso über Festverbindungen erfolgen oder über leitungs- oder paketvermittelte Techniken geschaltet werden. Auch was die Verbindungsart angeht, kann es sich beim Backhaul um eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung oder eine Mehrpunktverbindung handeln. Und beim Protokoll, das im Backhaul für den Transport sorgt, sind alle gängigen Transportprotokolle vorstellbar: Zeitmultiplex (TDM), asynchroner Übertragungsmodus (ATM), IP-Protokoll, Multi-Protocol Label Switching (MPLS), Gigabit-Ethernet und weitere.

Die vielen Möglichkeiten in der Backhaul-Gestaltung haben maßgeblichen Einfluss auf die Backhaul-Konfiguration und die daraus resultierenden Backhaul-Kosten.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Backhaul
Englisch: backhaul
Veröffentlicht: 08.01.2014
Wörter: 227
Tags: #Mobilfunknetze
Links: AP (access point), ATM (asynchronous transfer mode), Basisstation, BSC (base station controller), Daten