Ableitwiderstand

Die Bezeichnung Ableitwiderstand wird für einen hochohmigen Widerstand benutzt, der parallel zu einem Kondensator geschaltet ist, aber auch für einen Widerstand gegen Schutzerde. Der Erstgenannte wird als Bleeder oder Bleeder-Widerstand bezeichnet. Es ist ein hochohmiger Widerstand, der parallel zu Kondensatoren geschaltet wird und die Restladung des Kondensators ausgleichen soll.


Wird ein Kondensator geladen und danach von der Spannungsquelle abgeschaltet, gleicht sich die Ladung an dem Kondensator über einen längeren oder kürzeren Zeitraum aus, und zwar abhängig von der Kapazität und dem Innenwiderstand des Kondensators. Der parallel geschaltete Bleeder-Widerstand sorgt für eine definierte Ausgleichszeit der Potentiale am Kondensator. Kondensatoren mit Ableitwiderstand sind durch ein Widerstandssymbol gekennzeichnet, das parallel zum Kondensatorsymbol geschaltet ist.

Vom Ableitwiderstand spricht man auch bei der Ableitung elektrischer Ladungen, so beispielsweise wenn sich der Fußboden elektrostatisch auflädt und diese elektrostatische Aufladung (ESC) zur Erde hin abgeleitet werden muss. Es geht dabei darum Menschen gegen elektrostatische Entladungen (ESD) und auch empfindliche Halbleiterbauteile, Electrostatic Sensitive Devices (ESD), gegen Beschädigung zu schützen und dementsprechend eine Electrostatic Protected Area (EPA) zu schaffen. Zu diesem Zweck werden leitfähige Bodenbeschichtungen eingesetzt.

Je nach Ableitwiderstand unterscheidet man zwischen elektrostatisch leitenden Fußböden, Electrostatic Conductive Floor (ECF), das sind Fußböden mit einem Ableitwiderstand von >1x10exp6 Ohm, ableitfähige Böden, Dissipative Floor (DIF), mit Ableitwiderständen zwischen 1x10exp6 Ohm bis >1x10exp9 Ohm und astatische Böden, Anti Static Floor (ASF), die die Ladungsbildung durch Begehung herabsetzen. Diese Böden sind nicht unbedingt aus leitendem Material, es kann sich auch um Parkett oder Holzböden handeln.

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